Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2011

15:00 Uhr

Medienbericht

Vermisste Brennelemente-Kugeln sind in Asse

Aus dem Forschungszentrum Jülich sind einem Zeitungsbericht zufolge Brennelemente-Kugeln in das ehemalige Forschungsbergwerk Asse gebracht worden. In Blechdosen und Fässern wurde das radioaktive Material transportiert.

Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich: Insgesamt drei Behälter mit Brennelemente-Kugeln sind von Jülich nach in das ehemalige Forschungsbergwerk Asse gebracht worden. Quelle: dpa

Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich: Insgesamt drei Behälter mit Brennelemente-Kugeln sind von Jülich nach in das ehemalige Forschungsbergwerk Asse gebracht worden.

BerlinDer Transport gehe aus Unterlagen der Gesellschaft für Strahlenschutz und Umweltforschung hervor, berichtete die „Rheinische Post“ vorab aus ihrer Dienstagausgabe. Danach seien am 23. November 1976 und am 15. Dezember 1976 insgesamt drei Behälter mit Brennelemente-Kugeln per Bahn von Jülich nach Asse gebracht worden. Das radioaktive Material sei in Blechdosen und Fässern transportiert worden.

Das Bundesumweltministerium kritisierte wegen des verschwundenen Atommülls die Atomaufsicht in Nordrhein-Westfalen. „Das BMU ist einigermaßen irritiert über die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht durch Nordrhein-Westfalen“, sagte die Ministeriumssprecherin Christiane Schwarte. Das Ministerium werde Vertreter der Landesbehörde nun zu einem Gespräch nach Berlin einladen.

Im maroden Atommülllager Asse lagern nach Angaben des Bundesumweltministeriums knapp 14.800 Abfallbehälter mit mittelaktiv strahlendem Material. Das ehemalige Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel wurde seit 1965 zwar offiziell als Forschungseinrichtung des Bundes betrieben. In dem Schacht wurden aber über Jahrzehnte auch radioaktive Abfälle der Industrie in großen Mengen abgelegt, da ein Endlager nicht zur Verfügung stand. Das inzwischen einsturzgefährdete Lager soll möglichst komplett geräumt werden und der Müll wieder an die Oberfläche gebracht werden. Dafür sind Kosten von zwei Milliarden Euro eingeplant, Experten-Schätzungen reichen aber bis zu sechs Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.04.2011, 09:27 Uhr

Schaden vom Volk abwenden, das ist doch der Auftrag an das Parlament und die Regierung, die dafür eine hervorragen bezahlte und abgesicherte Beamtenschaft zur Seite haben.

Was geschied aber, wenn diese 'hervorragende' Truppe dem Volk Schaden zufügt, statt ihn zu vermeiden? Zu enig, wie ich finde. Persönliche Haftung und Schadenersatz müssen unverantwortliches Handeln sanktionieren. Wenn eine Forschungsanlage als Abfallhalde der Industrie benutzt wird ist das nichts weiter als Betrug. Die Betrüger sollten deshalb auch wie Betrüger behandelt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×