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25.02.2011

16:05 Uhr

Meeresforscher

Forscher planen riesige Fischzucht zwischen Windrädern

Die Fischzucht gewinnt eine rasant wachsende Bedeutung für die Ernährung der Welt. Wissenschaftler in Bremerhaven planen riesige Aquakulturanlagen vor der deutschen Nordseeküste. Solche Projekte sind allerdings nicht unumstritten.

Offshore-Windpark "Alpha Ventus", 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum. Vor der deutschen Nordseeküste wollen Meeresforscher zwischen Windkraftanlagen Fische züchten. Quelle: dpa

Offshore-Windpark "Alpha Ventus", 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum. Vor der deutschen Nordseeküste wollen Meeresforscher zwischen Windkraftanlagen Fische züchten.

BremerhavenDie geplanten Windparks vor der deutschen Nordseeküste könnten der ideale Platz für riesige Fischzuchtanlagen sein. Diese Vision von Meeresforschern soll in Bremerhaven bald Gestalt annehmen. Zumindest im kleinen Maßstab: Die Idee gehört zu den Projekten des neuen Zentrums für Aquakulturforschung (ZAF), das am kommenden Mittwoch seinen Betrieb aufnimmt.

"Aquakulturen haben eine rasant wachsende Bedeutung für die Versorgung der Weltbevölkerung mit Fisch", sagt ZAF-Leiter Adrian Bischoff-Lang. Einst war Bremerhaven der größte Fischereihafen des Kontinents; nach dem Niedergang der Hochseefischerei soll die wirtschaftliche Zukunft wieder aus dem Meer kommen.

Das neue Zentrum ist Teil des vom Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung sowie des an der Hochschule gegründeten Instituts für marine Ressourcen Imare. "Wir nutzen das Wissen aus der Meeres-Grundlagenforschung, um daraus gezielt und anwendungsnah wirtschaftlichen Nutzen für die Wirtschaft zu entwickeln", sagt Imare-Geschäftsführerin Birgit Borowy.

Im Imare entwickeln und bauen Techniker und Ingenieure bislang Sensoren, Messinstrumente und Kameras für den Einsatz in Forschungseinrichtungen. Einer weiteren Abteilung dienen die Skelette mikroskopisch kleiner Kieselalgen als Vorbild für ultraleichte Tragstrukturen unter anderem in der Automobilindustrie. Ein weiteres Forscherteam entwickelt eine Farbe für Schiffe, die der Haut von Delfinen ähnelt und den Spritverbrauch von Frachtern verringern kann.

Mit dem ZAF geraten nun Fische auf das Imare-Programm. In drei großen Wasserkreislaufanlagen untersuchen Meeresbiologen unter anderem die besten Futtermethoden und -mittel, den Schutz von Zuchtfischen vor Krankheiten möglichst ohne Einsatz von Medikamenten sowie die Auswirkungen von Hochsee-Zuchtanlagen auf die Umwelt.

In erster Linie geht es den Bremerhavener Wissenschaftlern dabei um die besten Bedingungen für die Aufzucht von Meeresfischen. "Wir interessieren uns beispielsweise für die Japanische Flunder", sagt Bischoff-Lang. Die hierzulande nahezu unbekannte Art gehört in Asien zu den am meisten gefragten Zuchtfischen. "Mit ihrem Fleisch und dem Geschmack zwischen Heilbutt und Steinbutt ist sie auch für den europäischen Markt hoch interessant", sagt der Experte.

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