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05.09.2016

11:37 Uhr

Menschenaffen akut bedroht

Unsere nächsten Verwandten sterben aus

Die Weltnaturschutzunion hat den Östlichen Gorilla auf ihre Rote Liste gesetzt. Damit sind nun vier der sechs Menschenaffen-Arten akut bedroht – unsere nächsten Verwandten im Tierreich könnten bald verschwunden sein.

Berggorillas bilden eine Subspezies des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei). Der größte Menschenaffe ist vom Aussterben bedroht. (Foto: Intu Boedhihartono/International Union for Conservation of Nature/dpa) dpa

Berggorilla

Berggorillas bilden eine Subspezies des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei). Der größte Menschenaffe ist vom Aussterben bedroht. (Foto: Intu Boedhihartono/International Union for Conservation of Nature/dpa)

HonoluluArtenschützer haben den sogenannten Östlichen Gorilla auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen. Wegen Wilderei und Krieg im Herzen Afrikas sei der größte Menschenaffe ernsthaft in seiner Existenz bedroht, erklärte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Sonntag in Honolulu. Die Panda-Population hat sich hingegen etwas erholt und gilt zwar weiterhin als gefährdet, aber nicht mehr als unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Der Naturschutzorganisation zufolge gibt es derzeit nur noch 5000 Östliche Gorillas (Gorilla beringei). In Bedrängnis bringt den majestätischen Urwaldbewohner vor allem die unsichere und gesetzlose Lage in Teilen der Demokratischen Republik Kongo, einem seiner Hauptsiedlungsgebiete.

IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen sprach von einem „traurigen Tag“. Die Rote Liste ihrer Organisation zeige, „wie wir einige unserer engsten Verwandten ausrotten“. Laut der Weltnaturschutzunion haben dem Östlichen Gorilla Kriege, Jagd und der Verlust seines Lebensraumes in den vergangenen 20 Jahren zu schaffen gemacht. Die Population sei um 70 Prozent zurückgegangen.

Insgesamt stehen nun vier der sechs Menschenaffen-Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Darunter sind neben dem Östlichen Gorilla der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Schimpansen und Bonobo-Affen gelten als gefährdet.

Als Lichtblick sehen die Experten hingegen die Entwicklung beim Riesenpanda, der positiv auf die verstärkten Bemühungen zum Artenschutz in China reagiert. Auf der überarbeiteten Roten Liste wird der schwarz-weiße Bär, der sich kaum fortpflanzt, nicht mehr als vom Aussterben bedroht, allerdings immer noch als gefährdet eingestuft.

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