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09.07.2017

01:56 Uhr

Methanblasen reißen Krater

In Sibirien explodiert die Erde wieder

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

In der Tundra hat wieder die explosive Jahreszeit begonnen. Methanblasen im Untergrund platzen auf und reißen „schwarze Löcher“ in den Boden. Forscher rätseln über die Ursachen des Phänomens.

Die Satellitenaufnahme zeigt einige der Krater, die durch aufplatzende Gasblasen im sibirischen Permafrostboden entstanden. (Foto: Nasa Earth Observatory)

Schwarze Löcher in der Tundra

Die Satellitenaufnahme zeigt einige der Krater, die durch aufplatzende Gasblasen im sibirischen Permafrostboden entstanden. (Foto: Nasa Earth Observatory)

HeidelbergSeit einigen Jahren machen immer wieder Meldungen über mysteriöse Explosionen in der sibirischen Tundra die Runde. Auch 2017 kam es offensichtlich wieder zu gewalttätigen Entladungen auf der Jamal-Halbinsel im nordwestlichen Sibirien, wie die Siberian Times berichtete. Mindestens zwei neue „schwarze Löcher“ klaffen demnach im Boden auf – eines davon hat einen Durchmesser von acht Metern und ist rund 20 Meter tief.

Die zugehörige Explosion ereignete sich am Morgen des 28. Juni mit einem lauten Knall und einer großen Flamme und Rauchwolken, so die Aussage eines örtlichen Rentierzüchters. Wo mittlerweile das Loch ist, hatte sich die Erde zuvor wohl aufgewölbt, denn der Augenzeuge spricht von einem Hügel, der anschließend verschwunden war. Während der Explosion wurden demnach auch große Erdmassen in die Luft gerissen.

Bilder bei der Siberian Times zeigen große Brocken rund um den Auswurfkrater, der sich mittlerweile mit Wasser gefüllt hat. Teilweise sind sie auch noch vereist, da Permafrostboden in der Umgebung verteilt wurde.

Noch vor zwei Jahren befand sich an der besagten Stelle nur flaches Land; innerhalb von nur einem Jahr hob sich das Gebiet dann stark an, bevor sich die Blase Ende Juni explosiv entlud. Die zweite gemeldete Explosion fand dagegen früher statt, denn Zeugen erzählten, dass noch Schnee gelegen haben soll, als sie sich ereignete.

Wegen der heftigen Entstehungsgeschichte gehen Wissenschaftler um Alexander Sokolov von der Russischen Akademie der Wissenschaften davon aus, dass Methangasblasen im Boden geplatzt sind – entweder weil sich zu hoher Druck aufgebaut hatte oder weil sich das Gas beispielsweise durch einen Blitzschlag entzündete. Warum sich jedoch die Gasblasen im Permafrost überhaupt bilden und ob ihre Zahl in den letzten Jahren zugenommen hat, wird noch diskutiert.

Kommentare (1)

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Herr Ruediger Zimmermann

11.07.2017, 08:19 Uhr

"gewalttätigen Entladungen auf der Jamal-Halbinsel" - deutsche Sprache, schwere Sprache!

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