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04.08.2016

11:09 Uhr

Müll im Meer

Mit Holzschiffchen gegen Plastikmüll

Hunderte Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr weltweit produziert, rund ein Zehntel davon landet als Plastikmüll im Meer. Forscher wollen nun das Problem in der Nordsee ergründen – mit winzigen Holzschiffchen.

Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Meere. dpa

Müll am Meeresstrand

Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Meere.

Bremen/WilhelmshavenDie See ist grau und unruhig. Das Forschungsschiff „Otzum“ schaukelt bedenklich auf den Wellen des Jadebusens. Immer wieder müssen die Mitreisenden Halt suchen, um nicht umzufallen. Nur der Wissenschaftlerin Rosanna Schöneich-Argent macht die Schaukelei anscheinend nichts aus. Wie festgenagelt steht sie unter Deck und erklärt das neueste Forschungsprojekt des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres in Wilhelmshaven (ICBM). Ihr Anliegen ist ernst: Es geht um die Zukunft des Meeres.

Jedes Jahr verschmutzen Millionen Tonnen Plastikmüll die Ozeane. Auch die Nordsee ist davon betroffen. Das Problem ist hier bisher erstaunlich wenig erforscht. Die Forscher des zur Uni Oldenburg gehörenden ICBM wollen das nun ändern. „Aufklärung ist wichtig“, sagt Schöneich-Argent. Um das Thema rankten sich einige Mythen.

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Riesige Mengen Plastikmüll treiben in den Ozeanen, ihre Beseitigung ist eine technische Herausforderung. Der wollen sich deutsche Unternehmen jetzt stellen – sie planen ein System zum Abfischen und Verwerten des Mülls.

„Jährlich werden auf der ganzen Welt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert“, sagt Jörg-Olaf Wolff, Leiter der Arbeitsgruppe für physikalische Ozeanologie am ICBM und damit Chef der jungen Doktorandin. „Schätzungsweise ein Zehntel davon gelangt jedes Jahr ins Meer.“

Wie verbreitet sich der Abfall in der Nordsee?

Wolff und Schöneich-Argent sind Spezialisten für sogenanntes Makroplastik, also für Plastikmüll ab einer Größe von fünf Millimetern. Mit dem Projekt untersucht ihr Team, wie sich der Abfall in der südlichen Nordsee verbreitet. Das Land Niedersachsen unterstützt das Vorhaben mit 1,4 Millionen Euro. Deshalb fährt auf der „Otzum“ auch die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) mit. Sie ist im Rahmen ihrer Sommerreise nach Wilhelmshaven gekommen.

Über die Verbreitung von Müll in den großen Ozeanen weiß die Wissenschaft schon einiges: Ein weltumfassendes System an Meeresströmungen reißt ihn mit und lässt ihn nicht mehr los. So entstehen die sogenannten Müllstrudel – Stellen im Meer, an denen der Abfall zusammengetrieben wird. Ein Großteil davon besteht aus Plastik.

Plastikmüll bis zum Horizont – das ist eine der Legenden, die Schöneich-Argent meint: „Die Müllstrudel sehen aus wie ein großes Ei. Ganz außen verteilen sich die Plastikteile auf viele Hundert Quadratkilometer. Da sieht man gar nichts. Erst Richtung Zentrum des Strudels wird es dichter.“

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