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16.05.2017

10:50 Uhr

Müllproblem im Tropenidyll

Plastikmüll überschwemmt Südseeparadies

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Henderson Island gilt als unberührtes Tropenidyll, im Umkreis von 5000 Kilometern um das unbewohnte Eiland findet sich keine größere Stadt oder Industrieanlage. Trotzdem hat die Insel ein gewaltiges Abfallproblem.

Plastikmüll

Das sind die Folgen der Meeresverschmutzung

Plastikmüll: Das sind die Folgen der Meeresverschmutzung

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HeidelbergWoran erkennt man einen unberührten Strand? Am Plastikmüll, der dort herumliegt. Was sich wie ein Witz anhört, entspricht oft der Wahrheit, denn Badestrände werden vielerorts vom Unrat befreit. Auf Henderson Island im Südpazifik ist dies nicht der Fall, denn das Eiland wird seit Jahrhunderten nicht mehr bewohnt und ist wegen seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ein streng geschütztes Naturreservat.

Das macht die zum britischen Überseeterritorium Pitcairn zählende Insel zum idealen Freilandlabor, wie Jennifer Lavers von der University of Tasmania in Battery Point und Alexander Bond von der Royal Society for the Protection of Birds in Sandy in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichten. Henderson zeigt, wie viel Abfall sich an der Küste ansammeln kann, wenn er nicht regelmäßig entfernt wird.

Während einer Feldstudie im Jahr 2015 zählten die beiden Wissenschaftler den Müll an verschiedenen Stränden der Insel – und erfassten dabei mehr als 53.000 Einzelteile unterschiedlicher Größe. Durchschnittlich fanden sie mehr als 670 Überreste unserer Zivilisation pro Quadratmeter Strand.

„Dieser Wert ist der bislang höchste, der weltweit erfasst wurde“, schreiben die Autoren. Dabei befindet sich im Umkreis von 5000 Kilometern um Henderson keine größere Stadt oder Industrieanlage. 99,8 Prozent des Abfalls entfielen dabei auf Tüten, Flaschen, Becher und andere Gegenstände aus Kunststoff.

Dabei war nur ein Teil des Mülls auf den ersten Blick sichtbar: Laversa und Bond durchforsteten den Sand bis in eine Tiefe von zehn Zentimetern nach Unrat und wurden auch dabei fündig. Hochgerechnet verschmutzen fast 40 Millionen Plastikteile unterschiedlicher Größe mit einem Gesamtgewicht von 17,6 Tonnen die Strände des vermeintlichen Südseeparadieses.

Die Zahl dürfte zudem die Untergrenze des Müllproblems darstellen. Jeglicher Unrat, der bereits von mehr als zehn Zentimeter Sand bedeckt war, kleiner als zwei Millimeter ausfiel oder an Klippen und Felspartien angeschwemmt wurde, blieb in der Studie unberücksichtigt.

Kommentare (1)

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Herr Paul Kersey

16.05.2017, 14:52 Uhr

Alles Lüge! Wir haben kein Klimaproblem und kein Müllproblem. Da können Sie sogar den Präsidenten der Vereinigten Staaten fragen.
Solche Fake-News gefährden Tausende von Arbeitsplätzen in der Plastik-Industrie.
Was denken Sie sich eigentlich bei solchen Veröffentlichungen?
(Ironie aus)

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