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17.04.2012

18:57 Uhr

Nachhaltigkeit

Südafrika und Brasilien gehen voran

VonSusanne Bergius

Die OECD warnt in einem Bericht vor unumkehrbaren Umweltschäden, die unseren Planeten bedrohen. Obwohl die Lösungsansätze marktkonform sind, sind sie immer noch unpopulär. Doch es gibt Ausnahmen.

Die Börsen in Südafrika und Brasilien haben Unternehmen verpflichtet, regelmäßig über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte ihres Geschäfts zu berichten. dpa

Die Börsen in Südafrika und Brasilien haben Unternehmen verpflichtet, regelmäßig über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte ihres Geschäfts zu berichten.

BerlinDas Fazit der OECD ist unmissverständlich: Ohne umfassende und auch internationale Maßnahmen drohen unserem Planeten bald Umweltschäden, die unumkehrbar sind. Fortschritte zu höheren Lebensstandards könnten so wieder vernichtet werden. Der Preis des Wirtschaftswachstums würde seinen Nutzen übersteigen. Davor warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ihrem neuen Umweltausblick bis 2050.

Der Bericht enthält Projektionen zu gesellschaftlichen und ökonomischen Trends der kommenden vier Jahrzehnte und zu deren Auswirkungen auf Klimawandel, Artenvielfalt, Wasser, Gesundheit und Umwelt. Beispielsweise lieferten Biodiversität und Ökosysteme für Mensch und Umwelt Dienste von unermesslichem Wert - der jedoch meist kaum beachtet werde. Allein den ökonomischen Wert der Bestäubung von Pflanzen durch Insekten schätzt die OECD auf 192 Milliarden Dollar jährlich.

Die Lösungsansätze der OECD sind grundsätzlich richtig und marktkonform - aber noch immer eher unpopulär: Umweltverschmutzung durch Mechanismen wie einen weltweiten Emissionshandel verteuern, umweltschädliche Subventionen - etwa für fossile Brennstoffe - abschaffen, natürliche Ressourcen wie Wasser mit einem Preis und Märkten versehen.

Leichter gesagt, als getan. Aber es tut sich was. So fordern etwa immer mehr institutionelle Investoren mehr Transparenz von Unternehmen. Die Börsen in Südafrika und Brasilien haben Unternehmen deshalb verpflichtet, regelmäßig über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte ihres Geschäfts zu berichten.

So weit mag die Deutsche Börse in Frankfurt nicht gehen. Aber der Trend ist machtvoll. Also kooperiert sie seit kurzem mit dem Carbon Disclosure Project (CDP), das 655 Großinvestoren mit 78 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen vereint. Ein Nutzen: Über die Webseite der Deutschen Börse sind nun die vom CDP erfragten Klimadaten von 1800 Unternehmen abrufbar.

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