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17.09.2016

08:52 Uhr

Naturschutz in Afghanistan

Leoparden als Entwicklungshelfer

Im äußersten Nordosten Afghanistans hat der Krieg ein Fleckchen Erde ausgespart. Hier erholen sich seltene Schneeleoparden in einem Schutzgebiet. Die Regierung hofft auf Touristen in dem abgelegenen Landschaftsstreifen.

Mit einer Fotofalle der Tierschutzorganisation  Wildlife Conservation Society gelang diese Aufnahme eines Schneeleoparden im afghanischen Wachan-Korridor. AP

Schneeleopard

Mit einer Fotofalle der Tierschutzorganisation Wildlife Conservation Society gelang diese Aufnahme eines Schneeleoparden im afghanischen Wachan-Korridor.

WachanMitten im afghanischen Hindukusch hat der Krieg ein malerisches Fleckchen Erde ausgespart: Im Wachan-Korridor, eingebettet zwischen Pakistan und Tadschikistan, hat der Naturschutz eine Chance – und mit ihm die als bedroht eingestuften Schneeleoparden. Sie scheinen sich zu erholen, und Afghanistan hofft, daraus touristischen Profit für die abgelegene und verarmte Region schlagen zu können.

Bis zu 140 der scheuen Tiere leben Schätzungen von Umweltschützern zufolge inzwischen im Wachan-Nationalpark, der vor zwei Jahren auf rund 10.000 Quadratkilometern eingerichtet wurde. Stephane Ostrowski vom Naturschutzbund WCS mit Sitz in New York spricht von einer stolzen und überlebensfähigen Anzahl. Auch andere Tierarten wie die Sibirischen Steinböcke oder Langschwanzmurmeltiere, die Hauptbeute der Leoparden, gehe es offenbar gut in dem Schutzgebiet.

Obwohl die Tiere offiziell unter Schutz stehen, werden sie nach wie vor gejagt. AP

Schneeleopard-Felle auf einem Markt in Kabul

Obwohl die Tiere offiziell unter Schutz stehen, werden sie nach wie vor gejagt.

Die vom UNDP, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, finanzierte Arbeit des WCS ist mühsam. Der Wachan-Streifen ist schwer zugänglich und die meiste Zeit des Jahres wegen des vielen Schnees abgeschnitten. Die umliegenden Grenzen zu Pakistan, Tadschikistan und China sind normalerweise geschlossen. Seine Abgeschiedenheit hat Wachan aber eben auch vor Jahrzehnten des Krieges bewahrt.

Ostrowski und seine Kollegen bleiben den Leoparden auf der Spur. Die Wissenschaftler aus dem In- und Ausland haben ihre Zelte im Sarkand-Tal aufgeschlagen, von wo aus sie ein verzweigtes Netzwerk an Beobachtungskameras und Fallen unterhalten und überwachen. Innerhalb eines Jahres sammelten sie rund 5000 Fotos von 38 verschiedenen Tieren. Vier Leoparden fingen sie kurzzeitig, um sie mit Peilsendern auszustatten.

Vor den Augen der Forscher setzte sich ein Bild vom Leben der Raubkatzen zusammen. Die Tiere streifen über weite Flächen, und anders als Hauskatzen haben sie nichts gegen Nässe. „Diese Katzen können breite Flüsse durchqueren und in extrem kaltem Wasser schwimmen“, sagt Ostroswki. Ein Weibchen sei durch den Amu-Darja-Fluss nach Tadschikistan geschwommen, dort ein paar Wochen geblieben und dann zurückgekommen.

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