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28.01.2009

09:52 Uhr

Neue Studie

Klimawandel kaum noch umkehrbar

Der globale Klimawandel lässt sich kaum mehr rückgängig machen. Laut einer aktuellen Untersuchung wären selbst bei einem sofortigen Stopp der vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen deren Auswirkungen noch ein Jahrtausend lang zu spüren.

Auch ein sofortiger Stopp der Treibhausgas-Emissionen würde den Klimawandel nicht aufhalten. Foto: dpa Quelle: dpa

Auch ein sofortiger Stopp der Treibhausgas-Emissionen würde den Klimawandel nicht aufhalten. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Der Klimawandel ist kaum noch rückgängig zu machen - ganz gleich, wie stark die Welt den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) künftig begrenzt. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsteam unter Leitung der US-Behörde für Ozeanographie und Atmosphäre (NOAA). Nach ihren Untersuchungen würde selbst ein schneller und umfassender Stopp der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen den globalen Temperaturanstieg in den kommenden 1000 Jahren nicht verhindern.

Den Forschern zufolge zeigen Untersuchungen, dass sich CO2 bei weitem länger mit hoher Konzentration in der Atmosphäre hält als manche anderen Treibhausgase, die sich relativ schnell verflüchtigten. "Wir müssen bei diesem Stoff mehr an Atommüll denken als an sauren Regen", zitierte die "Washington Post" die Leiterin der Studie, Susan Solomon, von der NOAA.

In der Studie zeigen die Wissenschaftler anhand von Modellrechnungen auf, welche Folgen ein Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf mehr als die gegenwärtigen 385 Teile pro einer Million Teile Luft (ppm) hätten. Wie die "Washington Post" betont, befindet sich die Welt nach Vorausberechnungen auf dem Weg zu 550 ppm im Jahr 2035 mit einem folgenden jährlichen Anstieg um 4,5 Prozent.

Der Studie zufolge würde ein Stand von 450 bis 600 ppm zu einem anhaltenden Nachlassen von Regenfällen in verschiedenen Regionen wie dem südlichen Europa, Teilen Afrikas, dem südwestlichen Nordamerika und Westaustralien führen - nicht nur über Jahre, sondern Jahrhunderte hinweg. Die Folge seien Dürren mit Wassermangel, einem Wandel des Ökosystems, vermehrten Bränden und gravierenden Ernteverlusten.

In den Ozeanen wird eine wachsende CO2-Konzentration in diesem Jahrhundert nach der Analyse der Forscher zu einem unausweichlichen langsamen Anstieg des Meeresspiegels führen - durchschnittlich zwischen 40 Zentimetern und einem Meter bis zum Jahr 3000 bei einer CO2-Konzentration von 600 ppm. Und das, so sagen die Wissenschaftler, schließe noch nicht die Auswirkungen der Schmelze von Gletschern und Polareis ein.

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