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31.03.2014

12:20 Uhr

Neuer Weltklimabericht

Klimawandel trifft bereits alle Kontinente

Die Erderwärmung wird drastische Auswirkungen haben, wenn der Mensch sie nicht stärker bremst als bisher - jetzt steht es schwarz auf weiß im neuen Report des Weltklimarates IPCC. Noch geben die Daten aber Hoffnung.

Dramatische Aussichten

UN-Bericht: Klimawandel gefährdet Milliarden Menschen

Dramatische Aussichten: UN-Bericht: Klimawandel gefährdet Milliarden Menschen

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YokohamaDer vom Menschen verursachte Klimawandel hat schon jetzt schwerwiegende Auswirkungen auf alle Kontinente und Meere. Wie viel schlimmer es für Mensch und Natur noch wird, hängt vom künftigen Klimaschutz ab. Noch gebe es aber Möglichkeiten, sich relativ gut anzupassen. Das sind einige der Kernbotschaften des neuen Berichts, den der Weltklimarat IPCC am Montag im japanischen Yokohama vorgelegt hat.

„Niemand auf diesem Planeten bleibt von den Auswirkungen des Klimawandels unberührt“, sagte der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri. „Wir bewegen uns auf schmalem Grat“, betonte die Greenpeace-Klimaexpertin Kaisa Kosonen. „Aber wenn wir mutig handeln und die Treibhausgasemissionen schneller (als geplant) senken, können größere Bedrohungen für die menschliche Sicherheit noch vermieden und lebenswichtige Meeressysteme, Wälder und Arten geschützt werden.“

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Zwar gibt es dem Report zufolge für den Menschen noch Möglichkeiten, sich auf die Risiken infolge des globalen Klimawandels einzustellen. Eine Anpassung funktioniere aber nur, wenn die Erderwärmung deutlich gebremst werde. Sonst werde es schwierig, warnte Chris Field, Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Zwei des Weltklimarats. „Selbst ernsthafte, fortgesetzte Investitionen in die Anpassung werden ihre Grenzen haben.“

Ob in den Tropen oder an den Polen, auf kleinen Inseln oder großen Kontinenten, in reichen Ländern oder den ärmsten - schon jetzt lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels überall beobachten. Gletscher in aller Welt schmelzen bereits, der Meeresspiegel steigt an, und viele Pflanzen und Tiere verlagern ihren Lebensraum oder sind bedroht.

Der Klimawandel beeinflusst auch die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrung. „Der Bericht ist da und die Botschaft klar: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsversorgung sind schlimmer als zuvor geschätzt“, sagte Tim Gore von der Hilfsorganisation Oxfam. Schon jetzt gibt es dem Report zufolge Beeinträchtigungen bei den Ernteerträgen von Weizen und Mais.

Kommentare (38)

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31.03.2014, 08:27 Uhr

"Laut Report erhöht der Klimawandel indirekt auch das Risiko gewaltsamer Konflikte und verschärft die Flüchtlingsproblematik."
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Genau deshalb muß Europa zur Festung gegen Wirtschaftsmigranten ausgebaut werden wie z.B. Australien: Bedingungen des Punktesystems nicht erfüllt -> Kein Zutritt!

Btw.,
"„Schlimmer als zuvor geschätzt“"
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letztens hieß es noch in anderen Veröffentlichungen, es sei deutlich weniger schlimm als anfangs berechnet.
Was stimmt denn nun? Oder sollte ich fragen: Was paßt besser in den Kram der jeweiligen politischen Akteure?

Account gelöscht!

31.03.2014, 08:38 Uhr

Klimawandel schön und gut, aber wenn es um Hungersnöte/ Migrantenströme / Konflikte geht, ist das Hauptproblem die exponentiell steigende Bevölkerung in vielen Ländern. Warum wird das so wenig thematisiert?

In den armen Ländern wie Niger, Somalia, Mali - jeweils mit ca. 6-7 Kinder/Frau laut Wikipedia - muss sich zwangsläufig ein Mangel einstellen. Mit oder ohne Klimaerwärmung.

Account gelöscht!

31.03.2014, 08:39 Uhr

Langfristige Klimauntersuchungen zeigen, dass die Gletscher schon zur Ritterzeit abgeschmolzen waren und Hannibals Elefanten nicht durch den Schnee über die Alpen liefen!

Auch wenn es dem WWF und "Klimaforschern" nicht passen, langfristige Analysen legen es nahe, dass unser Weltklima durch die Wolkenbildung bestimmt wird, und diese hängt auch von der kosmischen Strahlung ab. Hört sich verwirrt an, es gibt jedoch einen sehr interessanten Film darüber! Als ich von dieser Theorie das erste Mal hörte, lächelte ich milde. Nach entsprechenden Recherchen lächle ich nun über die Klimaforscher und den WWF!

Den Zusammenhang zwischen Klima und Wolkenbildung/kosmischer Strahlung können die Klimaforscher nicht bestätigen, da sie dann einen jahrzehntelangen Irrtum eingestehen müßten, obwohl entsprechende Informationen vorlagen. Zudem ist der Handel mit Emissionsrechten ein Milliardengeschäft, an dem sehr viele Unternehmen und auch Staaten sehr viel Geld verdienen! Das zukünftige Bestehen dieser Einnahmequelle muß natürlich mit allen Mitteln unterstützt werden.

Blind dem Mainstream zu folgen führt nicht immer zur Wahrheit!

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