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05.06.2014

13:08 Uhr

Neues Biopestizid

Bienenrettung durch Spinnengift

Seit Jahren gehen die Bienenbestände weltweit zurück. Eine der Ursachen: Pestizide, denen neben landwirtschaftlichen Schädlingen auch die wichtigen Blütenbestäuber zum Opfer fallen. Ein neues Biopestizid soll das ändern.

Bienen spielen für die Landwirtschaft eine enorme Rolle. Doch weltweit gehen die Bestände der Blütenbestäuber zurück. dpa

Bienen spielen für die Landwirtschaft eine enorme Rolle. Doch weltweit gehen die Bestände der Blütenbestäuber zurück.

ParisDas Gift einer hochgefährlichen Spinne und Schneeglöckchen sollen zur Rettung der weltweit schrumpfenden Bienenbestände beitragen. Forscher der Universität im britischen Newcastle fanden heraus, dass ein Biopestizid auf der Basis des Gifts einer australischen Vogelspinne und eines Schneeglöckchen-Proteins so gut wie keine negativen Auswirkungen auf Bienen hat. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher in der aktuellen Ausgabe  des Wissenschaftsmagazins „Proceedings of the Royal Society B“.

Seit Jahren gehen die Bienenbestände weltweit zurück. Die genauen Ursachen dafür sind nicht restlos geklärt, chemische Pflanzenschutzmittel zählen aber zu den Hauptverdächtigen. Insbesondere Pestizide aus der Gruppe der sogenannten Nicotinoide gelten als wahre Bienen-Killer. Zum Schutz der Tiere in Europa ist der Einsatz von drei Nicotinoiden seit dem 1. Dezember 2013 in der EU eingeschränkt.

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Die Forscher um Angharad Gatehouse von der Universität Newcastle testeten eine Hv1a/GNA genannte Alternative zu herkömmlichen Pestiziden, die gegen eine Vielzahl von Schädlingen wirksam ist, nun an Bienen. Die Tiere wurden mit einer Dosis des Gifts gefüttert, wie sie in der Natur nie vorkommen würde.

Es habe „nur sehr geringe Effekte auf das Überleben der Bienen und überhaupt keine messbaren Effekte auf ihre Lernfähigkeit und ihr Gedächtnis“ gegeben, schreiben die Forscher. Auch Bienen-Larven wurden nicht von Hv1a/GNA geschädigt.

Lernfähigkeit und Gedächtnis von Bienen sind von großer Bedeutung. Ohne diese Fähigkeiten können sie keine Nahrung finden und nicht zu ihrem Bienenstock zurückkehren.

Gatehouse warnte aber, das Biopestizid sei keine Wunderwaffe. „Wir brauchen eine umfassende Schädlingsbekämpfungs-Strategie, und insektenspezifische Pestizide werden davon nur ein Teil sein.“

Bienen spielen für die Landwirtschaft eine enorme Rolle. 80 Prozent der Bestäubung von Pflanzen durch Insekten wird von Bienen erledigt. Neben Pestiziden werden auch Milben und Pilze für das weltweite Bienensterben verantwortlich gemacht.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.06.2014, 14:07 Uhr

Natürlich steht hier noch kein Kommentar. Hier geht's ja auch ausnahmsweise um ein wirklich wichtiges Thema.

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