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28.10.2014

07:56 Uhr

Niedrigster Wert seit 1990

Energieverbrauch so gering wie lange nicht

Deutsche Haushalte verbrauchen offenbar so wenig Energie wie zuletzt 1990. Laut einem Medienbericht ist der Verbrauch von Öl, Kohle und Kernenergie gesunken, der Verbrauch erneuerbarer Energien leicht gestiegen.

Der Energieverbrauch in Deutschland ist laut Medienbericht deutlich gesunken. Wegen der milden Witterung muss weniger geheizt werden. ap

Der Energieverbrauch in Deutschland ist laut Medienbericht deutlich gesunken. Wegen der milden Witterung muss weniger geheizt werden.

BerlinDer Energieverbrauch in Deutschland ist einem Bericht zufolge in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken.

Wie die „Bild“-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf eine Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen berichtete, sank der Verbrauch primärer Energieträger wie Kernenergie von Januar bis September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Energie-Konzept von Wirtschaftsminister Gabriel

Ausbaukorridore

Der Neubau von Wind-, Solar- oder Biomasseanlagen wird gesetzlich gesteuert. So sollen jährlich Windräder an Land mit maximal 2500 Megawatt Leistung gebaut werden. Gleiches gilt für Solaranlagen. Dies wäre für beide Erzeugungsarten weniger als 2013 installiert wurde. Zudem wird damit das bisherige Solar-Regierungsziel von 2500 bis 3500 Megawatt kassiert. Neue Biogasanlagen sollen nur noch mit maximal 100 Megawatt ans Netz gehen. Zum Vergleich: Ein mittleres Kohlekraftwerk hat etwa 500 Megawatt Leistung.

Förderhöhe

Die Fördersätze für Neuanlangen sollen – bis auf Solar – überall nochmals gekürzt werden. Bei Windenergie an guten Standorten, vor allem der Küste, soll der garantierte Abnahmepreis 10 bis 20 Prozent schrumpfen. Sollte der Ausbaukorridor überschritten werden, greifen zusätzliche Kürzungen. Die Vergütung für Strom aus Windanlagen auf hoher See sinkt 2018 und 2019 um jeweils ein Cent pro Kilowattstunde, was prozentual einem Minus ähnlich wie an Land entsprechen dürfte. Für Biogas-Anlagen werden Boni bei der Strom-Vergütung gestrichen und die Grundvergütung sinkt in den kommenden Jahren schneller.

Derzeit wird Ökostrom im Schnitt für 17 Cent pro Kilowattstunde den Produzenten abgekauft. Bei den ab 2015 gebauten Anlagen sollen es nur noch gut 12 Cent sein.

Ökostrom-Vermarktung

Das bisherigen System der auf 20 Jahre garantierten Abnahme- und Preisgarantie soll zügig fallen. Bereits Anlagen ab 500 Kilowatt Leistung müssen ihren Strom dann selber vermarkten, erhalten über eine Prämie zunächst aber einen Ausgleich bis zur festgelegten Garantie. Bis 2017 sinkt die Pflicht zur Direktvermarktung bis auf 100 Kilowatt, also praktisch für alle bis auf kleinere Solaranlagen auf Hausdächern.

Vor allem soll ab 2017 die Prämie als Aufschlag auf den Marktpreis per Ausschreibung für Investoren vorab festgelegt werden. Wer die geringste Prämie verlangt, bekommt den Zuschlag. Der Investor trägt dann zudem das Risiko sinkender Börsenstrompreise.

Eigenverbrauch und Industrie-Privilegien

Strom aus eigenen Kraftwerken, auf den derzeit keine Umlage zur Ökostrom-Förderung fällig wird, soll künftig mit einem Mindestsatz belegt werden. Die Frage der Rabatte auf die Umlage für große Teile der Industrie, gegen die auch die EU-Kommission vorgeht, bleibt im Eckpunktepapier offen. Hier wird zunächst eine Verständigung mit der EU erwartet.

Zeitplan

Die Eckpunkte sollen mit zusätzlichen Details als Gesetzentwurf am 9. April im Kabinett beschlossen werden. Bis 27. Juni soll der Bundestag zustimmen, der Bundesrat soll das Gesetz am 11. Juli passieren lassen. In Kraft treten könnte es so ab August.

Um einen massiven Ausbau zu den alten Konditionen in den kommenden Monaten zu verhindern, ist der kommende Mittwoch als Stichtag zumindest für die Windenergie vorgesehen. Nur Windräder, die bis dahin schon genehmigt sind und noch 2014 in Betrieb gehen, bekommen die alten Konditionen.

Hochgerechnet auf das Jahr ergebe sich ein Verbrauch, der um fünf Prozent niedriger sei als im Vorjahr und so niedrig wie zuletzt 1990.

Der Bilanz zufolge war die milde Witterung die Hauptursache für den gesunkenen Verbrauch. Konkret sank der Erdgasverbrauch in den ersten neun Monaten des Jahres um 18,4 Prozent. Der Verbrauch von Mineralöl verringerte sich demnach um 3,1 Prozent, Steinkohle um 9,3 Prozent, Braunkohle um 3,3 Prozent und Kernenergie um 1,2 Prozent.

Dagegen legte der Verbrauch erneuerbarer Energien um 1,6 Prozent zu.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Fred Meisenkaiser

28.10.2014, 08:28 Uhr

Bei dem Winter war das doch nicht anders zu erwarten. Doch es werden auch wieder kältere Winter kommen!

Herr Hans Brandl

28.10.2014, 10:23 Uhr

Das ist wieder einmal Ideologie-Journalismus vom Feinsten den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss:
"sank der Verbrauch primärer Energieträger wie Kernenergie von Januar bis September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum."
Die Produktion von Kernenergie ist aber nur um 1.6% zurückgegangen (also im Bereich der üblichen Varianz) , dafür aber Gas um 18% !

Während die sogenannten EEG-Erzeuger aber um ca. 7% zugebaut wurden, stieg deren Ertrag nach diesem Artikel nur um 1.6% und dabei wird ca 50% der Solarenergie aus Bayern nach Österreich/Schweiz verramscht!

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