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25.09.2012

18:32 Uhr

Nordost-Atlantik

EU-Fischereikommissarin sieht Makrele in Gefahr

Der Makrele geht es nicht gut. Hauptverantwortlich aus europäischer Sicht sind dafür das heftig fischende Island und die Faröer Inseln. Hier will Europa künftig die Daumenschrauben ansetzen und das Tier schützen.

Geräucherte Makrelen: Island und den Faröer Inseln überfischen das Vorkommen nach Ansicht der EU. ap

Geräucherte Makrelen: Island und den Faröer Inseln überfischen das Vorkommen nach Ansicht der EU.

BrüsselEU-Fischereikommissarin Maria Damanaki warnt vor dem Zusammenbruch der Makrelen-Bestände im Nordost-Atlantik. „Wir haben wissenschaftliche Expertise, die uns warnt, dass wir vielleicht nächstes Jahr oder im Jahr danach einen Zusammenbruch dieser Bestände haben werden“, sagte Damanaki am Dienstag in Brüssel. Dort trafen sich die europäischen Fischereiminister, um unter anderem über den Schutz der Makrele zu beraten. Die Europäische Union und Norwegen werfen Island und den Faröer Inseln vor, die Makrelenvorkommen zu überfischen.

Auch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) erwartet von Island einen Kurswechsel: „Sie wollen Mitglied der Europäischen Union werden, und da ist das Gesamtziel der nachhaltigen Fischerei ein essenzieller Bestandteil.“

Um in Zukunft mehr Druck ausüben zu können, beschlossen die Minister eine Reihe von möglichen Strafmaßnahmen. So soll die EU-Kommission in ähnlichen Fällen künftig zum Beispiel die Nutzung europäischer Häfen für Schiffe aus diesen Ländern einschränken können, ebenso den Import von Fisch. Formell in Kraft treten kann der Beschluss aber erst im Oktober - möglicherweise zu spät für das nächste Treffen der EU mit Norwegen, Island und den Faröer Inseln am 22. Oktober.

Während die EU-Staaten in der Makrelen-Frage hinter Damanaki stehen, gab es heftigen Gegenwind für den Vorschlag der Kommissarin, die europäische Abwrackprämie für alte Schiffe abzuschaffen. Nach Ansicht der EU-Kommission und auch Deutschlands hat die Prämie bisher nicht wie beabsichtigt dazu geführt, dass Überkapazitäten abgebaut wurden. Große Fischereinationen wie Frankreich wollen den Zuschuss bewahren, um Geld für die Modernisierung ihrer Flotte zu haben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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wirklich

25.09.2012, 19:29 Uhr

Auch Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) erwartet von Island einen Kurswechsel: „Sie wollen Mitglied der Europäischen Union werden, und da ist das Gesamtziel der nachhaltigen Fischerei ein essenzieller Bestandteil.“

Das war mal, ist aber nicht mehr so. Aigner läuft wie immer den Tatsachen hinterher. Island hat in der Zwischenzeit absolut keine Lust mehr auf EU - und wer könnte es ihnen verdenken?

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