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29.03.2012

14:54 Uhr

Nordsee-Plattform Elgin

Total rüstet sich für den großen Kanll

Noch immer fließt Gas aus einem Leck an der Förderplattform Elgin in der Nordsee. Betreiber Total treibt diverse Lösungsoptionen voran – und rüstet sich für eine mögliche Explosion.

Noch immer brennt an der Spitze der Plattform eine Falle. AFP

Noch immer brennt an der Spitze der Plattform eine Falle.

AberdeenDer französische Energieriese Total rüstet sich für eine Explosion an seiner Leck geschlagenen Gas-Plattform in der Nordsee. Der Konzern habe Löschschiffe an den Rand der Sicherheitszone beordert für den Fall einer Explosion, sagte ein Total-Sprecher am Donnerstag. Am Mittwoch hatte das Unternehmen eine Explosionsgefahr noch ausgeschlossen.

Nur etwa hundert Meter vom ausströmenden, hochexplosiven Gift-Gas entfernt brennt eine Fackel überschüssiges Gas ab. Dem Sprecher zufolge wird die Fackel noch einige Tage brennen und dann von selbst ausgehen. Der Energiekonzern verteidigte seine Strategie im Umgang mit dem Gasleck. Das Abfackeln von Gas sei Teil der Sicherheitsstrategie und habe sich absolut bewährt.

Gasunfälle in der Nordsee

April 2011

Wegen eines Gaslecks wird eine Bohrplattform des norwegischen Statoil-Konzerns in der Nordsee zeitweise evakuiert. Nur eine Notbesatzung bleibt auf der Visund-Plattform nordwestlich von Bergen zurück. Hubschrauber bringen alle anderen der insgesamt 123Mitarbeiter zu benachbarten Plattformen.

Mai 2008

Auf der norwegischen Nordsee-Bohrinsel Statfjord entdecken Kontrolleure Gas in einem Versorgungsschacht. Fast alle 200 Beschäftigte müssen die Plattform verlassen. Die Bohrinsel liegt in großer Entfernung vom Festland an der Grenze zwischen dem norwegischen und dem britischen Teil der Nordsee.

November 2004

Freiwerdendes Gas auf der norwegischen Bohrinsel Snorre A in der Nordsee löst höchste Explosionsgefahr aus. Experten befürchten, die Plattform könne kentern und sinken. 180 Menschen werden per Hubschrauber und Schiff in Sicherheit gebracht. Mit Bohrschlamm wird das Leck nach 16 Stunden abgedichtet.

Mai 2002

Ein Fischerboot rammt bei dichtem Nebel eine Gasplattform vor der Küste der nordenglischen Hafenstadt Hull und beschädigt eines der Standbeine. 110 Menschen werden in Sicherheit gebracht, es gibt keine Verletzten. Die Plattform ist wegen Reparaturarbeiten stillgelegt, so dass kein Gas entweichen kann.

Die Förderung an den von der Plattform aus koordinierten anderen Gasbohrungen sei abgestellt und die Ventile an Bord der Plattform seien geöffnet worden, hieß es bei Total. Dies garantiere auch, dass im Falle einer Explosion keine weiteren Lecks entstehen.

Unterdessen fand Total nach eigenen Angaben den Ursprung des Lecks. Er liegt in etwa 4000 Metern Tiefe. Leckgeschlagen sei eine Leitung, die bereits vor einem Jahr angebohrt worden sei, teilte eine Firmensprecherin in Aberdeen mit.

Es sei aber schwer abzuschätzen, wie viel Gas von dort noch ausfließen könne, sagte der für die Total-Operationen in Großbritannien zuständige Sicherheitschef David Hainsworth. Total hofft darauf, dass der Gasfluss in den nächsten Tagen versiegt.

Andernfalls müsse entweder eine Monate dauernde Entlastungsbohrung unternommen oder das Bohrloch von oben mit schwerem Schlamm verstopft werden. Ein solcher „Kill“ geht schneller, ist aber risikoreicher als eine Entlastungsbohrung.

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