Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2012

09:50 Uhr

Ökostrom

Gasnetz als Energieparkplatz

VonDana Heide

Die Energiewende steht und fällt mit neuen Stromspeichern. Ausgerechnet die alten deutschen Gasleitungen wollen Experten dafür nutzen. Um das Potenzial zu heben, entwickelt die Industrie hocheffiziente Brennstoffzellen.

Das Gasnetz könnte in Zukunft überschüssigen Ökostrom aufnehmen. ZB

Das Gasnetz könnte in Zukunft überschüssigen Ökostrom aufnehmen.

KölnHans Kammerlander sucht die Herausforderung. Bis auf einen hat der Bergsteiger aus Südtirol alle 14 Achttausender der Welt erklommen. Nun unterstützt er als offizieller Botschafter den Aufstieg des neuen Ökogasanbieters Polarstern: „Polarstern verbindet den Umstieg in Europa mit der Weitergabe von unserem Wissen an Menschen in Entwicklungsländern – das find ich einfach super.“

Die Verkäufer von Ökogas nutzen ihre Chance, sich als Hoffnungsträger bei der Energiewende zu präsentieren. „Wer den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen will, muss beim Heizen umdenken“, fordert Florian Henle, Mitgründer von Polarstern. „Ein bewusstes Heizverhalten und der Wechsel zu Ökogas oder zu alternativen Heiztechniken machen den Unterschied.“

Seit Anfang 2010 hat sich nach Angaben von Polarstern die Zahl der Bioerdgasanbieter in Deutschland mehr als verdoppelt, über 190 Energieversorger haben entsprechende Angebote im Portfolio. Dass sich die Branche in Stellung bringt, hat seinen Grund: Denn das Gasnetz bietet großes Potenzial, als Ersatzspeicher die schwankenden Strommengen aus Wind- und Solaranlagen aufzunehmen.

Schon heute hat es genug Kapazität, um Deutschland zwei bis drei Monate vollständig mit Strom zu versorgen – sofern genug Gaskraftwerke vorhanden sind. „Windgas ist als Energiespeicher sehr vielversprechend“, sagt Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

04.02.2012, 23:55 Uhr

Die Phantasie kennt keine Grenzen

Vor einigen Jahren hatte man in F durchgerechnet ob man mit überschüssigem Nachtstrom aus umweltfreundlichen Kernkraftwerken Wasserstoffgas herstellen könne. Es wurden lediglich die Brennstoffkosten, 0,5c/kWh gerechnet. Aufgrund des begrenzten Wirkungsgrades der Umwandlung, 30 - 40% und der Anlagenkosten rechnete sich dies im Verhältnis zur Wasserstoffgewinnung aus Erdgas nicht.

Solarstrom wird mit 24c/kWh und Windstrom mit 9,4c/kWh subventioniert. Ein zig-faches der o.g. Kosten. Eine Umwandlung in Wasserstoff mit dem genannten Wirkungsgrad u. die erforderlichen Anlagen hätten einen reinen Phantasiepreis zur Konsequenz.

Offensichtlich überwindet die Oekoreligion die Regeln von Wissenschaft, Oekonomie und Mathematik mit Leichtigkeit.

Vandale

Account gelöscht!

05.02.2012, 11:16 Uhr

„Die Technik zwischen 2013 und 2015 marktfähig sein.“

Die Gaserzeugung aus teurem Windstrom, noch aufwändigerer Elektrolyse mit über 40 % Energieverlusten mag ökologisch korrekt sein, ist aber ein ökonomisches Desaster.

Die Branche hat auch gleich ein „Erneuerbares Gas Einspeise- und Speichergesetz EEGasG“ bei der Kanzlei „Becker-Büttner-Held“ in Auftrag gegeben. Dies ist noch in Diskussion.

Zusammen mit 50% Investitionsförderung des BMWI soll das Windgas mit mind. 26 ct/kWh vergütet werden (das 10-fache des Erdgaspreises). Nach bekanntem Muster werden dann die „geringen“ Mehrkosten auf die Endkunden umgelegt.

So funktioniert „ökologische Marktwirtschaft“.

Account gelöscht!

06.02.2012, 17:58 Uhr

Es ist ja doch beachtenswert, dass einem hier von einem Vandalen latent untergeschoben wird, dass Atomstrom umweltfreundlich ist. Soweit ich weiß konnte eine Endlagerung in Deutschland eben wegen der wenig umweltfreundlichen Strahlung noch nicht geklärt werden. Dabei hatten doch die 4 großen Energieversorger als Müllerzeuger in der Vergangenheit nicht nur die Mittel dazu, sondern sollten eigentlich auch ein großes Interesse daran haben.
Sogar die Ökonomie wird in diesem Zusammenhang gebracht. Wer also scheinbar die Inflationsrate für den Zeitraum, von bescheidenen 10.000 Jahren Endlagerung kalkulieren kann, wird mir sicherlich auch die Lottozahlen für die nächsten 3 Jahre verraten.
Die komplexen Zusammenhänge aus der Kosten- und Nutzenwirkung erneuerbarer Energien hat das Bundesumweltministerium in einem mehrjährig angelegtem wissenschaftliches Vorhaben durch ein vom Fraunhofer ISI geführtes Projektteam untersuchen lassen.
Ergebnis: Im Jahr 2008 standen 6 Mrd. Euro für systematische Kosten durch erneuerbare Energien 8 Mrd. Euro Nutzen allein durch vermiedene Umweltschäden gegenüber.
Wer also wissenschaftliche Erkenntnisse in seinem Weltbild zulässt erkennt: Ohne die erneuerbaren hätte alleine in 2008 unsere Volkswirtschaft 2 Mrd € mehr für Umweltschäden aufbringen müssen. Weil sich Ökostrom schon bezahlt gemacht hat, wird er auch quasi kostenfrei an der Strombörse eingestellt und drückt den Strompreis. Es fehlt nur noch der Hinweis auf die Subventionierung der chinesischen Photovoltaik-Module, obwohl bekannt ist, dass der Ertrag und nicht das Gerät bezuschusst wird. Im Umkehrschluss dürfte ich dann auch keinen einzigen gefahrenen Kilometer mehr steuerlich absetzen, es sei denn es gibt kein einziges Bauteil am Fahrzeug aus China.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×