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12.10.2016

09:32 Uhr

Öl im Alltag

Wie das schwarze Gold unser Leben erobert hat

Mit Öl verbinden viele vor allem Benzin fürs Auto. Doch der wichtigste Rohstoff der Weltwirtschaft findet sich in einer ganzen Reihe von Alltagsprodukten – und ist heute Bestandteil fast aller Lebensbereiche.

Der Mineralölwirtschaftsverband wirbt auf seiner Homepage mit den Worten: „Mineralöl hält frisch.“ Screenshot

Werbekampagne von Branchenverband

Der Mineralölwirtschaftsverband wirbt auf seiner Homepage mit den Worten: „Mineralöl hält frisch.“

FrankfurtMehr als 100 Millionen Tonnen Öl pro Jahr werden laut dem Chemieverband VCI jedes Jahr in Deutschland verbraucht. Aus dem Alltag ist der Rohstoff nicht wegzudenken. Das spüren gerade Autofahrer. Der Preisverfall bei Rohöl auf den Weltmärkten seit Sommer 2014 hat sie über günstigere Benzinpreise deutlich entlastet.

Jüngst hat daher die überraschende Einigung des Kartells Opec auf eine Öl-Fördergrenze für Aufsehen gesorgt. Sie ließ die Preise steigen. Denn mit dem Abkommen sinkt das tägliche Produktionsvolumen der Organisation Erdöl exportierender Länder, der etwa Saudi-Arabien, Iran und Venezuela angehören.

Nach Putins Ankündigung: Ölpreise steigen auf Jahreshoch

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Am Montag hatte Putin angekündigt, Russland wolle die Ölförderung drosseln. Daraufhin hat der Rohölpreis einen neuen Jahreshöchststand erreicht. Experten rechnen noch bis zum Sommer 2017 mit einem Überangebot.

Verbraucher müssen aber nicht fürchten, dass die Zeit des billigen Benzins abrupt endet: Wichtige Förderländer wie die USA und Russland sind keine Opec-Mitglieder und produzieren weiter viel Öl. Zudem muss das Kartell die Fördergrenze erst umsetzen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hält die Auswirkungen der geplanten Beschränkung noch für schwer abschätzbar, wie es in ihrem monatlichen Öl-Bericht am Dienstag hieß.

Doch auch wenn die meisten Verbraucher bei Öl spontan an Benzin denken dürften: Der Rohstoff, der vor Jahrmillionen aus abgestorbener Biomasse entstand und sich in tiefen Gesteinsschichten ablagerte, ist heute Bestandteil fast aller Lebensbereiche.

Kraftstoffe: Knapp 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Öls geht laut dem Chemieverband VCI in den Transport. Von einem Barrel (159 Liter) fließen allein knapp 50 Prozent in Benzin. Dazu muss das Öl aber raffiniert, also von unerwünschten Stoffen gereinigt und veredelt werden. Ohne Benzin stünde der Autoverkehr faktisch still - wie 1973, als wegen eines Öl-Embargos der Opec auf deutschen Autobahnen an mehreren Sonntagen Fahrverbote galten. Zudem entsteht aus Rohöl Flugzeug-Kerosin und Diesel für Fahrzeuge und Schiffe. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert, gerade im Straßenverkehr den Ölverbrauch zu senken - etwa mit der Nutzung von alternativen Antrieben wie Elektromotoren. Doch sie breiten sich nur langsam aus. „Die Elektromobilität kommt beim jetzigen Kurs der Energie- und Verkehrspolitik zu spät und zu zögerlich“, konstatiert sie in ihrem aktuellen Öl-Report.

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