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20.05.2013

21:01 Uhr

Oxford-Studie

Erderwärmung vollzieht sich langsamer als erwartet

Die Erde erwärmt sich Wissenschaftlern zufolge langsamer als bislang berechnet. Doch Entwarnung in Sachen Klimawandel gibt es deshalb noch lange nicht. Langfristig bleiben die Prognosen düster.

Eisberge auf Grönland: Die Erderwärmung könnte in den kommenden Jahrzehnten etwas geringer ausfallen als erwartet. dpa

Eisberge auf Grönland: Die Erderwärmung könnte in den kommenden Jahrzehnten etwas geringer ausfallen als erwartet.

LondonDie Erwärmung der Erde könnte sich nach einer neuen Studie in den kommenden Jahrzehnten langsamer vollziehen als bislang berechnet. Langfristig ändere aber auch das nichts an den erwarteten katastrophalen Folgen des Klimawandels, schreiben internationale Forscher-Teams der Universität Oxford in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“. Es sei lediglich unwahrscheinlich, dass die bisher errechneten extremen Szenarien für die Erderwärmung in den kommenden 50 bis 100 Jahren eintreten würden. Einige Modelle gingen dabei von einer Zunahme von bis zu 3 Grad Celsius der Jahresdurchschnittstemperatur aus.

Die Wissenschaftler prognostizieren in ihrer Studie nun eine Erwärmung zwischen 0,9 und zwei Grad Celsius für die kommenden Jahrzehnte. Grundlage für ihre Berechnungen ist der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre, der Mitte dieses Jahrhunderts ungefähr doppelt so hoch liegen dürfte wie vor Beginn der Industrialisierung - falls die Industrienationen den Ausstoß von Treibhaus-Gasen nicht drastisch reduziert bekommen. Über zwei Grad wollen Regierungen die Jahresdurchschnittstemperaturen auf keinen Fall steigen lassen. Denn die Folgen, unter anderem durch Hitzewellen und Überschwemmungen, gelten als fatal.

Nach den neuen Berechnungen würde die Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten leicht geringer ausfallen als bisher in wenigen Klima-Modellen prognostiziert, kommentierte Richard Allan von der britischen Universität Reading die Studie. Das Gesamtbild werde damit aber nicht verändert. „Das gibt uns mit Sicherheit keinen Grund zum Zurücklehnen“, schreibt er in einem Kommentar.

Kurzfristig würden die weltweiten Durchschnittstemperaturen nach der neuen Studie um 20 Prozent langsamer wachsen als bisher erwartet. Auf lange Sicht werde der Anstieg aber „deutlich über der Zwei-Grad-Marke“ liegen, schreibt Mitautor Reko Knutti. Aktuelle Annahmen gehen langfristig sogar von bis zu 4,5 Grad aus.

Ausgangspunkt für die Studie war die Frage, ob die seit 1998 festgestellte Verlangsamung der Erwärmung der Erdatmosphäre ein Zeichen für einen dauerhaften Rückgang sein könnte. Dies bestätigte sich nun aber nicht. Es sei wichtig, Veränderungen innerhalb eines Jahrzehnts nicht überzubewerten, sagte Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Im vergangenen Jahrzehnt habe sich die Erde insgesamt weiter erwärmt. Dies sei aber statt an der Erdoberfläche tief im Ozean passiert.

„Die Menschen sollten weiterhin genauso besorgt darüber sein wie bisher, was der Klimawandel anrichtet“, sagte Studienautor Alexander Otto von der Uni Oxford dem Sender BBC. Auf die Frage, ob Kritiker recht haben könnten, die behaupten, der Erwärmungs-Stopp sei ein Beweis für die Nicht-Existenz des Klimawandels, sagte er: „Nein. Es gibt keinerlei Trost.“

Von

dpa

Kommentare (16)

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Gast

20.05.2013, 21:20 Uhr

Alles ein Zyklus. Nichts neues und nichts ungewöhnliches. Wird auch weiter so gehen, wenn wir uns längst selbst ausgerottet haben.

1000 Jahre früher oder später spielen im Verlauf der Existenz der Erde überhaupt keine rolle.

vandale

20.05.2013, 21:33 Uhr

Die Klimaschwindler hatten vor ein paar Jahren vorhergesagt, dass es hierzulande demnächst keine kalten, schneereichen Winter mehr geben würde. Da das Wetter nun mal einfach nicht wärmer werden will, was ich übrigens bedauere, sind die Klimaschwindler ein wenig nervös geworden und justieren den Weltuntergang durch die Klimahölle ein wenig nach.

Der Anteil der Verbrennung fossiler Brennstoffe an den Gesamt CO2 Emissionen der Erde, 35 Mrd. to vs. 700 - 900 Mrd. to CO2 ist kleiner als die natürlichen Schwankungen. Grösster CO2 Speicher sind die Meere. Gem. IPCC enthalten diese 28 Bio. to Kohlenstoff, entsprechend 70 Bio. to. CO2. Warmes Wasser löst CO2 schlechter womit der CO2 Gehalt der Atmosphäre bei niedrigen Temperaturen sinkt und bei höheren Temperaturen steigt.

Das massgebliche Treibhausgas ist der Wasserdampf. Dessen Anteil und dessen Schwankungen sind massgeblich für den Treibhauseffekt.

Massgeblicher Regelmechanismus ist die Verdampfung von Wasser über dem Meer. Diese nimmt bei steigenden Temperaturen zu. Der Wasserdampf kondensiert in den Wolken und strahlt die Wärme in den Weltraum ab. Dadurch werden Temperaturschwankungen, z.B. durch unterschiedliche Sonnenaktivität, gedämpft.

Interessant wäre wenn man das Klima besser erforschen würde. Der Klimaschwindel trägt hierzu leider nicht wesentlich bei als die meisten Mittel an die politische Forschung gehen.

Vandale

Account gelöscht!

20.05.2013, 21:50 Uhr

Wer die Menscheit retten will muss zuerst das Geld abschaffen! Denn das ist die Wurzel ALLEN Übels!

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