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10.10.2016

11:03 Uhr

Palmölplantagen

Ein unerwartetes Schlangenparadies

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Für die Artenvielfalt sind Plantagen mit Ölpalmen meist verheerend. Doch es gibt auch Arten, die sich in den Pflanzungen besonders wohl fühlen. Eine davon stellt ein tödliches Risiko für die Arbeiter dar.

In den riesigen Anbaugebieten der Ölpalme fühlt sich eine Giftschlange besonders wohl. dpa

Palmöl-Plantage in Indonesien

In den riesigen Anbaugebieten der Ölpalme fühlt sich eine Giftschlange besonders wohl.

HeidelbergIndonesien ist der größte Produzent von Palmöl – und das Land mit der zweitgrößten Zahl tödlicher Schlangenbisse weltweit. Beides hängt offenbar zusammen, denn in den Ölpalmenplantagen fühlen sich die stark giftigen Sumatra-Kobras (Naja sumatrana) besonders wohl.

Die Art kommt nicht nur auf der namensgebenden Insel oft vor, sondern auch sonst in großen Teilen Südostasiens. Sie ist sehr anpassungsfähig und überlebt daher auch in den Plantagen, die prinzipiell als schlecht für die Biodiversität gelten.

Ölpalmen tragen zur Erntezeit reichlich Früchte, was tierische Konsumenten wie Ratten anlockt, die ebenfalls in großer Zahl in den Plantagen hausen. Viele potenzielle Beutetiere ziehen wiederum entsprechend viele Jäger an, von denen die Kobras anscheinend am besten mit den Bedingungen in den Anbauflächen zurechtkommt.

Da die Schlangen tagaktiv sind, begegnen ihnen die Plantagenarbeiter häufig. Die Forscher Janaki Lenin und Romulus Whitaker beobachteten auf einer Plantage in nur zehn Tagen zwölf Kobras, ohne dass sie gezielt danach suchen mussten. „Die Schlangen sind hier unglaublich häufig“, schreiben sie in ihrem Blog.

Für unachtsame Erntehelfer stellen sie eine immense Gefahr da: Fatale Bisse kommen regelmäßig vor, das starke Gift wirkt auf Herz und Nervensystem und führt rasch zum Tod, wenn nicht schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

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