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10.03.2011

09:31 Uhr

Polarforschung

Inlandeis-Verlust beschleunigt sich

Die polaren Eisschilde schrumpfen schneller als bislang vermutet – und treiben damit den globalen Meeresspiegel stärker in die Höhe.

Das Schrumpfen des Inlandeises hat sich von Jahr zu Jahr rapide beschleunigt. Quelle: ap

Das Schrumpfen des Inlandeises hat sich von Jahr zu Jahr rapide beschleunigt.

WashingtonDie polaren Inland-Eisschilde - also das grönländische und antarktische Inlandeis - schrumpfen immer schneller. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in einer aktuellen Untersuchung. Demnach ist dieser Prozess inzwischen zur Hauptursache des globalen Meeresspiegel-Anstiegs geworden - stärker noch als der Verlust an Gletschereis und das Schmelzen von kleineren Eiskappen.

Die Wissenschaftler um Eric Rignot vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena und der Universität von Kalifornien in Irvine analysierten für ihre Studie Daten von 1992 bis 2009. Dass die polaren Eisschilde die künftige Meeresspiegel-Höhe bestimmten, war dabei ein durchaus erwartetes Ergebnis – ist diese Eismasse doch viel umfangreicher sei als die von Gletschern. Was die Wissenschaftler aber überraschte, war das hohe Tempo der Entwicklung.

So ergab die von der American Geophysical Union (AGU) veröffentlichte Studie bei den polaren Eisschilden zusammen einen durchschnittlichen jährlichen Verlust an Masse von 475 Milliarden Tonnen. Das sei genug für einen durchschnittlichen globalen Meeresspiegel-Anstieg von jährlich 1,3 Millimetern. Dagegen belief sich die Schmelze von Gletschern und kleineren Eiskappen auf durchschnittlich 402 Milliarden Tonnen pro Jahr.

Das Schrumpfen des Inlandeises habe sich von Jahr zu Jahr rapide beschleunigt, so die Forscher. Jedes Jahr seien zusammen durchschnittlich 36,3 Milliarden Tonnen mehr verloren gegangen als im Jahr davor.

Wenn sich der Trend fortsetze, so Rignot, werde der Meeresspiegel wahrscheinlich bedeutend höher steigen als 2007 vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change der UN (IPCC), vorausberechnet. Laut der Studie könnte er bis 2050 um 32 Zentimeter anschwellen: 15 Zentimeter durch das Schwinden der Eisschilde, acht Zentimeter durch die Schmelze von Gletschern und Eiskappen sowie neun Zentimeter durch die thermische Ausdehnung der Ozeane.

Von

dpa

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