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25.09.2011

10:34 Uhr

Projekt „Smart Country“

Landwirte bringen die Energiewende

Die Energiewende bringt ein großes Problem: Der Ertrag von Windrädern und Solaranlagen schwankt abhängig vom Wetter stark. Ein Pilotprojekt zeigt, wie sich grüner Strom intelligent managen lässt.

Die Kombination von Solar- und Biogasanlagen ist eine echte Chance für Landwirte. LAIF

Die Kombination von Solar- und Biogasanlagen ist eine echte Chance für Landwirte.

SpielmannsholzLandwirt Heinz Hoffmann hat seine eigene Leitwarte. In dem dunkelgrünen Bürocontainer neben seinem Kuhstall verfolgt der 53-Jährige, wie viel Strom die Solaranlage auf dem Dach seines Wohnhauses ins öffentliche Netz einspeist sowie wann und wie viel Strom er mit dem eigenen Biogas produziert.

Auf dem Bildschirm, vor dem er sitzt, läuft die Leistungskurve der Solaranlage gerade am oberen Rand. Die Sonne strahlt, die Stromproduktion ist nahe am Maximum. Mit einem Klick öffnet sich ein anderes Schaubild, und Hoffmann kontrolliert die Leistung seiner Biogasanlage. Der angeschlossene Generator ist aus, kein Gas wird verfeuert. Dafür füllt sich der kuppelförmige Speicher am Rande des Hofs – sechs Meter hoch, 26 Meter Durchmesser – mit Biogas.

Hoffmann ist zufrieden. Das System reagiert wie gewünscht. Wenn die Solaranlage auf Hochtouren läuft, ist die Stromproduktion aus Biogas gedrosselt. Heute Nacht, wenn die Solaranlage im Dämmerzustand ist, kehrt sich das um. Dann wird sich der Gasspeicher leeren und das Blockheizkraftwerk wird fleißig Strom produzieren.

„Energiehof Hoffmann“ prangt auf einem roten Schild am Stallgebäude, wo 50 Kühe täglich Milch produzieren. Auf der Anlage im kleinen Weiler Spielmannsholz in der Eifel wird die Energiewende schon seit Jahren gelebt. Hoffmann betreibt den Hof in der zweiten Generation. Mitte der 90er-Jahre schuf er sich mit der Stromproduktion ein zweites Standbein. Zuerst baute er mit befreundeten Landwirten drei Windanlagen, im Jahr 2000 investierte er in Biogas, und zuletzt installierte er die Photovoltaikanlage.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

25.09.2011, 11:38 Uhr

von einem Subventionstopf in den Anderen! Zuerst wurde die Landwirtschaft-indirekt der Lebensmittel-subvenioniert. Jetzt muß der Stromverbraucher die Zeche zahlen. Dazu kommt bei Biogasanlagen eine massive Geruchsbelästigung und eine hohe Verkehrsbelastung durch Beschickung und Gülleausbringung (Dieselverbrauch so hoch wie Stromerzeugung?) Keine der sog. erneuerbaren Energien kann zu Marktpeisen liefern. Die Planwirtschaft läßt grüßen.

LJA

25.09.2011, 14:34 Uhr

Ganz abgesehen von dem fragwürdigen ökonomischen Nutzen handelt es sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes um ein Schönwettersystem.
Bei kurzfristigen Klimaveränderungen, wie sie durch Vulkanausbrüche in Europa ca. alle 150 Jahre einmal auftreten, kann man sowohl Solarkollektoren wie auch Biogasanlagen in die Tonne treten.

probiogas

26.09.2011, 09:57 Uhr

Um beim Artikel zu bleiben: Die Biogasanlage ist kein Energiespeicher, denn wenn man eng an der Definition bleibt, müsste elektrischer Strom, der schon erzeugt wurde, irgendwie gespeichert werden. Hier wird eine energetische Vorform - Biogas - kontrolliert und in Abstimmung des Bedarfes verbraucht.

Generell: Biogaskraftwerke emittieren Methangas in die Atmosphäre, da eine 100%ige Dichtheit nicht gewährleistet werden kann. Metha ist 20x so klimaschädlich wie CO2. Korrekt ist jedoch, dass es besser ist, die Gülle teilweise klimafreundlicher zu verstromen, als diese einfach auf die Felder zu werfen.

Informieren Sie sich mal bzgl. Pyrolyse und Bio-Rohöl.

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