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08.08.2013

12:43 Uhr

Protest gegen Wilderei

„Tag des leeren Geheges“ in vielen deutschen Zoos

Wilderer wissen genau, wie sie an Elfenbein kommen, sind bestens mit Waffen ausgerüstet und bringen auch Ranger um. Dagegen protestierten Naturschützer und mehrere Zoos in Deutschland mit dem „Tag des leeren Geheges“.

Illegales Elfenbein: Kenianische Ranger bereiten die Verbrennung von 4,6 Tonnen Elfenbein im Tsavo West National Park vor. dpa

Illegales Elfenbein: Kenianische Ranger bereiten die Verbrennung von 4,6 Tonnen Elfenbein im Tsavo West National Park vor.

LeipzigHübsche Figürchen aus Elfenbein, Nashornpulver oder Arznei aus Tigerknochen: Elfenbein und Nashorn sind nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF heute wertvoller als Gold. Die Wilderei habe gigantische Ausmaße angenommen. Am Mittwoch machten sich der WWF und mehrere deutsche Zoos daher bei einem Aktionstag für den Artenschutz und gegen Wilderei in Afrika stark. Am „Tag des leeren Geheges“ standen im Leipziger Zoo statt der lebendigen Elefanten graue Holzsilhouetten im Freigelände. Aktionen gab es auch in den Zoos in Köln, Münster und im hessischen Kronberg.

Laut WWF (World Wide Fund For Nature) gehört der illegale Handel mit bedrohten Arten mittlerweile zu den fünf einträglichsten Sparten der internationalen Kriminalität, gleichrangig neben Waffen-, Drogen-, Menschenhandel und Warenfälschung. In Asien gelten Elfenbein und Nashornpulver als Statussymbole, wie der Vorstand des WWF Deutschland, Eberhard Brandes, am Mittwoch in Leipzig berichtete.

Vielfach seien Drogenbanden eingestiegen. „Sie sind bestens organisiert, haben Geld und modernste Waffen“, sagte Brandes. Ihnen stünden die Ranger als letzte Schutzschilde für die Tiere oft fast machtlos gegenüber. Mit einer Postkartenaktion solle ihre Arbeit gewürdigt und ihnen Mut gemacht werden. „Denn sie sind für uns die Helden“, sagte Brandes. Bei dem Aktionstag konnten die Besucher in den Zoos Postkarten für die Ranger schreiben. Im vorigen Jahr starben weltweit 82 Wildhüter im Einsatz. 60 davon wurden ermordet.

„Wir brauchen einen internationalen Aufschrei“, sagte Brandes. Wilderei müsse weltweit als Verbrechen geächtet werden, forderte der Leipziger Zoo-Chef Jörg Junhold. Er hob die Bedeutung der Zoos für den Erhalt der Artenvielfalt hervor. Dort gehaltene Bestände von bedrohten Tierarten hätten bereits mehrfach eine Wiederansiedlung möglich gemacht, sagte Junhold, der zugleich Präsident des Weltverbandes der Zoos und Aquarien ist.

Nach WWF-Angaben wurden 2011 rund 38,8 Tonnen illegales Elfenbein beschlagnahmt. Das entspricht etwa 4000 toten Elefanten. In Zentralafrika hat sich der Bestand der Waldelefanten zwischen 2002 und 2011 Schätzungen zufolge auf weniger als 100.000 Tiere halbiert. In diesem Jahr wurden nach Angaben der Naturschützer in Südafrika bereits 536 Nashörner gewildert. 2007 waren es nur 13.

Von

dpa

Kommentare (2)

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zarakthuul

08.08.2013, 13:33 Uhr

Da werden die Wilderer aber zittern! Am deutschen (wesen)leeren Gehege wird die Welt genesen.
Die Wirksamkeit solcher Aktionen geht gegen Null Komma Null!

Account gelöscht!

08.08.2013, 18:56 Uhr

Haben die Demonstranten die Zootiere aus Protest jetzt gegessen oder nur freigelassen?

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