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12.03.2013

06:44 Uhr

Rohstoff-Exploration

Fracking kann Flüsse und Seen belasten

Quelle:dpa

Fracking kann gesundheitsschädliche Stoffe in Flüsse und Seen schwemmen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Sheila Olmstead von der Forscherorganisation "Resources for the Future" in Washington.

Anti-Fracking Schilder bei Dimock, Pennsylvania, USA. Fracking hat möglicherweise gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf das Oberflächenwasser. Foto: Jim Lo Scalzo dpa

Anti-Fracking Schilder bei Dimock, Pennsylvania, USA. Fracking hat möglicherweise gesundheitsgefährdende Auswirkungen auf das Oberflächenwasser.
Foto: Jim Lo Scalzo

WashingtonFracking ist eine relativ neue Methode zur Gewinnung von Erdgas aus Gestein. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, um dort Risse zu erzeugen, damit das Gas austreten kann. Die Wissenschaftler untersuchten das Wasser hinter Kläranlagen, in denen Abwässer solcher Bohranlagen gereinigt werden, und das Oberflächenwasser in der Nähe von Bohrplätzen.

Flussabwärts dieser Anlagen sei die Chloridkonzentration im Wasser immer noch erhöht nicht aber die von Schwebstoffen, schreiben sie in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Die Konzentration von Schwebstoffen steigt hingegen den Forschern zufolge insgesamt, wenn die Zahl der Bohrplätze in einem Wassergebiet zunimmt - 18 zusätzliche Bohrplätze steigern die Konzentration um fünf Prozent. Hierfür machen sie Niederschlagswasser verantwortlich, das vom Bohrplatz ins Oberflächenwasser fließt.

Sowohl Chlorid, als auch die Schwebstoffe haben negative Folgen für die Umwelt, so die US-Wissenschaftler. Erhöhte Chloridkonzentrationen schädigten direkt das Wasserökosystem. Gleichzeitig sei die Befreiung des Wassers von den Salzen ein teurer und aufwendiger Prozess. Schwebstoffe belasten das Wasser zusätzlich.

Bisher wurden vor allem Auswirkungen des Frackings auf das Grundwasser befürchtet. Die Forscher warnen nun vor Folgen für das Oberflächenwasser und fordern weitere Untersuchungen. In Deutschland sieht es nach Expertenmeinung besser aus. "Die Risiken für das Grundwasser sind im Vergleich zu den Gefahren für das Oberflächenwasser die größeren", sagte Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt im Gespräch mit der dpa.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachgebiet «Wasser und Boden» erklärte: "Die Studie ist interessant, aber nur das Wenigste ist auf Deutschland übertragbar. Denn nach deutschem Recht müssen Bohrplätze vollständig versiegelt sein." Das gesamte Wasser am Bohrplatz, auch Niederschlag, müsse deshalb aufgefangen und ordnungsgemäß entsorgt werden.

Bei hochbelastetem Wasser sei sogar noch eine Vorbehandlung nötig, bevor es in die Kläranlage dürfe. "In der Abwasserverordnung gibt es da sehr strenge Vorschriften." Nach Einschätzung von Experten sei es derzeit nicht möglich, das Abwasser aus den Bohrungen ohne vorherige Behandlung in kommunale Kläranlagen einzuleiten, dafür sei die Belastung des Wassers zu hoch. Erst müssten geeignete Verfahren für die Vorbehandlung entwickelt werden.

Gefährliches Fracking in den USA

Video: Gefährliches Fracking in den USA

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Kommentare (16)

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Zarakthuul

12.03.2013, 14:38 Uhr

Ein typischer Artikel zur Manipulation der Leser. Viele lesen die Überschrift und den Anfang des Artikels. Dort werden Befürchtungen geweckt und die Leute in Angst versetzt. Das weiter hinten erklärt wird, das das in Deutschland völlig irrelevant ist, lesen viele schon gar nicht mehr. "German Angst" - created by DPA!

Tff

12.03.2013, 14:44 Uhr

da hat wieder einmal ein Ahnungsloser eine US Studie abgeschrieben. Hier geht es nicht um Fracking, sondern um Bohrwässer, die schlecht entsorgt werden. Wenn ein Loch gebohrt wird, verwendet man speziell aufbereitetes Wasser, das während des Bohrbetriebes ständig durch den Bohrstrang gepumpt wird und im Hohlraum zwischen Bohrstrang und Gebirge wieder nach oben kommt. DIe Spülung wird in Becken aufgefangen, untersucht, aufbereitet, und wieder verwendet. Neben der Spülung können natürlich Niederschläge (Regen), Substanzen von der Bohrplattform wegspülen und damit kontaminiert werden (zb Schmieröl). In USA sind die Standards viel niedriger als in Europa, wo alle Wässer aufgefangen werden müssen.
Es wäre durchaus wünschenswert, wenn das Handelsblatt sich nicht auf das Niveau des Boulevards begibt. Fracking ist so ein heißes Thema, da wird die Redaktion doch einen Experten finden, der Artikel redigiert und somit verhindert, daß Unsinn verzapft wird.

Account gelöscht!

12.03.2013, 16:06 Uhr

An die bisherigen Kommentatoren:
Haben Sie denn eine Ahnung wovon Sie schreiben, wenn Sie dazu raten sich keine Sorgen zu machen. „Nach Einschätzung von Experten sei es der-zeit nicht möglich, das Abwasser aus den Bohrungen ohne vorherige Be-handlung in kommunale Kläranlagen einzuleiten, dafür sei die Belastung des Wassers zu hoch. Erst müssten geeignete Verfahren für die Vorbehandlung entwickelt werden“ . Das heißt im Klartext, obwohl es noch keine geeignete Verfahren dafür gibt, unser Grundwasser durch Fracking nicht zu verseu-chen, wird bereits darüber diskutiert, wo überall Fracking eingesetzt werden kann. Und auch anhand der Atom-Energie, die weltweit verbreitet ist, ob-wohl noch immer nicht das Problem der Endlagerung des Abfalls gelöst ist, kann man sehen, dass hier mehr als fahrlässig gehandelt wird, wenn größere Gewinne für die Industrie zu erwarten sind. Da spielt die Gesundheit der Bürger überhaupt keine Rolle mehr.

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