Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2010

16:13 Uhr

Schadstoffwerte

Umweltzonen zeigen noch wenig Wirkung

Die Konzentration von Feinstaub und anderen Schadstoffen in der Luft ist auch nach der Einrichtung von Umweltzonen in zahlreichen deutschen Großstädten noch zu hoch. Das teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Mittwoch in Dessau nach Auswertung vorläufiger Feinstaub- und Stickstoffdioxiddaten mit.

Ein Umweltproblem stellen Stickstoffoxide dar, die vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie der Verbrennungsprozesse in Industrie und Haushalten entstammen. Quelle: dpa

Ein Umweltproblem stellen Stickstoffoxide dar, die vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie der Verbrennungsprozesse in Industrie und Haushalten entstammen.

HB DESSAU. Behördenpräsident Jochen Flasbarth wies daraufhin, dass die zulässigen Grenzwerte weiterhin vielerorts überschritten werden. Umweltverbände forderten Konsequenzen wie eine Nachrüstung der Fahrzeuge sowie die Ausweisung weiterer Umweltzonen.

"Grenzwert-Überschreitungen treten vor allem in Städten und Ballungsräumen auf, also dort, wo auch ein Großteil der Bevölkerung lebt", erklärte das Umweltbundesamt. Danach überschritten die Feinstaub-Konzentrationen erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte - trotz der ergriffenen Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen. An 23 der insgesamt 408 Messstationen traten den Angaben zufolge an mehr als 35 Tagen Konzentrationen über 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft auf.

An der Messstation Stuttgart/Neckartor wurde laut Umweltbundesamt zudem der aufs Jahresmittel bezogene Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft nicht eingehalten. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt gibt es seit März 2008 eine Umweltzone.

Insgesamt sei die Feinstaubbelastung im Jahr 2009 etwas höher gewesen als 2008, dem Jahr mit der seit 2000 geringsten Luftbelastung durch Feinstaub. "Die ergriffenen Maßnahmen zur innerstädtischen Luftreinhaltung, wie die Einrichtung von Umweltzonen sowie die Verschärfung der Anforderungen an Kaminöfen und andere Kleinfeuerungsanlagen, waren richtig und hoch an der Zeit", erklärte Flasbarth.

Eilantrag gegen Aufweichung der Umweltzone in Hannover

Ein erhebliches Problem stellen aber auch Stickstoffoxide dar, die laut Umweltbundesamt vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie der Verbrennungsprozesse in Industrie und Haushalten entstammen. "Die Stickstoffdioxidbelastung im Jahr 2009 war ähnlich hoch wie in den beiden vergangenen Jahren. Es ist daher zu befürchten, dass der neue Grenzwert auch im Jahr 2010 an vielen Orten nicht eingehalten werden wird", erklärte Amtspräsident Flasbarth.

Die Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid (NO2) hätten an 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen den Grenzwert überschritten, der seit Januar dieses Jahr eingehalten werden muss. Dieser Wert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Der Verkehrsclub Deutschland wies darauf hin, dass Rußpartikel als gefährlichster Bestandteil von Feinstaub als krebserregend gälten. Stickstoffdioxid könne Kopfschmerzen, Schwindel und Atemnot auslösen und sei an der Entstehung von Smog beteiligt.

Da der Straßenverkehr in den meisten Fällen Hauptverursacher sei, müssten Umweltzonen ausgeweitet und verschärft werden. Zudem sei die Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge voranzutreiben. Empört zeigte sich der VCD über die vom niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) veranlasste Aufweichung der Umweltzone in Hannover.

Die Deutsche Umwelthilfe stellte beim Verwaltungsgericht der niedersächsischen Hauptstadt einen Eilantrag gegen die Verfügung des Ministers. Sie unterstützt damit zwei Bewohner in der Umweltzone, die erreichen wollen, dass wie von der Stadt vorgesehen wirklich nur noch schadstoffarme Autos mit grüner Plakette in die Zone einfahren dürfen. Sander hatte dagegen veranlasst, auch Autos mit lediglich einer gelben Plakette die Einfahrt zu gestatten.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Denkerist

20.01.2010, 17:57 Uhr

Diese Umweltzonen haben nur den einen Sinn: Abzocken, der Wirtschaft Aufträge verschaffen.

im Gegenzug werden in Deutschland Kohlekraftwerke auf Teufel komm raus gebaut. Es kann nicht genug Dreck geben. Dafür werden im Nachhinein wie in NRW sogar die Gesetzte geändert und gebogen (Rechtsstaat ade).

Weil der deutsche Müll für die vielen, vielen Müllverbrennungsanlagen in Deutschland nicht reicht, wird z.b. Müll mit dem LKW von italien importiert.

Findet es keiner lustig, wenn er in Stuttgart durch eine Umweltzone zur Dreckschleuder Flugplatz fährt?

Und wieviele Kamine und Öfen in den Städten und Gemeinden werden als Kleinmüllverbrennungsanlagen benutzt?

Das passt allesnicht zu Umweltschutz sondern zu einem Sumpf aus Wirtschaft und Politik!

Plebs

20.01.2010, 22:23 Uhr

Dieselfahrer sollten sich dringend mit den neuen Grenzwerten für NOx vertraut machen!
Selbst Euro5 Diesel haben 5-10 fach höhere NOx Emissionen als Euro5 benziner.
Wenn alle Stricke reißen, kommen irgendwann neue Fahrverbote in den UWZ wegen NOx Überschreitung und dann sind es schon wieder die Dieselfahrzeuge, die mit Fahrverboten und daraus folgenden empfindlichen Wertverlusten, belastet werden.

Tom

21.01.2010, 06:58 Uhr

@ Denkerist
Diese Umweltzonen haben nur den einen Sinn: Abzocken, der Wirtschaft Aufträge verschaffen.im Gegenzug werden in Deutschland Kohlekraftwerke auf Teufel komm raus gebaut. Es kann nicht genug Dreck geben. Dafür werden im Nachhinein wie in NRW sogar die Gesetzte geändert und gebogen (Rechtsstaat ade).

zwei große enrgieversorger haben die planungen für ihre kohlekraftwerke eingestellt, wie in einem artikel
dieser zeitung zu lesen war, der daraus folgende lieferengpass wurde in diesem zusammenhang ebenfalls beschrieben !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×