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27.01.2017

11:59 Uhr

Schlangenproblem in den Everglades

Indische Jäger sollen Floridas Pythons stoppen

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Tigerpythons räumen seit einigen Jahren in Floridas Tierwelt auf, selbst Alligatoren sind nicht vor ihnen sicher. Um die Reptilien zu stoppen, sollen indische Schlangenjäger den überforderten US-Behörden zu Hilfe eilen.

Nicht immer endet die Begegnung von Schlange und Panzerechse auf diese Weise. In vielen Gebieten Floridas gefährden Pythons den Bestand an heimischen Wildtieren - auch Alligatoren gehören zu ihrer Beute. AP

Ein Alligator verspeist eine Python im Everglades Nationalpark

Nicht immer endet die Begegnung von Schlange und Panzerechse auf diese Weise. In vielen Gebieten Floridas gefährden Pythons den Bestand an heimischen Wildtieren - auch Alligatoren gehören zu ihrer Beute.

HeidelbergWann und wie genau die asiatischen Tigerpythons (Python molurus) in Floridas Sümpfe gelangt sind, ist unbekannt: Etliche dürften von letztlich überforderten Reptilienhaltern einfach in der Umwelt ausgesetzt worden sein. Andere stammen wahrscheinlich aus einem Tiergroßmarkt, der von Hurrikan „Andrew“ 1992 zerstört wurde, wobei zahlreiche Babypythons in Freiheit gelangten.

Sicher ist aber, dass die Riesenschlangen mittlerweile ein veritables ökologisches Problem darstellen, denn sie fressen die weltberühmten Everglades leer – selbst Alligatoren sind vor ihnen nicht sicher. Um der Plage Herr zu werden, setzt die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) gegenwärtig auf eine ganz besondere Waffe: die Jagdgeschicke von Angehörigen der indischen Irula-Ethnie.

Diese Jäger gelten in ihrem Heimatbundesstaat Tamil Nadu als legendäre Ratten- und vor allem Schlangenjäger, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, die Nager und Reptilien zu bekämpfen. In besonders von den Pythons betroffenen und ökologisch sensiblen Gebieten der Everglades sollen sie mit Hilfe speziell trainierter Suchhunde die Schlangen aufspüren. Sobald die Hunde eines der Kriechtiere entdeckt haben, rücken ihm die Irula-Jäger auf den geschuppten Leib.

Ein erster Feldversuch verlief nach Behördenangaben sehr erfolgreich: Innerhalb von acht Tagen erbeuteten die indischen Fachleute 13 Tigerpythons, darunter ein rund fünf Meter langes Weibchen. Schwerpunkt der ersten Sammelaktion war das Crocodile Lake National Wildlife Refuge auf Key Largo, wo zahlreiche seltene Vogelarten nisten und die bedrohte Key-Largo-Buschratte lebt.

„Es ist herausragend, dass die Irulas die Pythons von Key Largo entfernen konnten“, sagte der beteiligte Biologe Frank Mazzotti von der University of Florida. Im Rahmen ihres Aufenthalts sollen die Irula den Mitarbeitern des Everglade-Nationalparks zeigen, wie sie am effektivsten die Schlangen jagen können.

Während der letzten Jahre konnten in Florida zwar mehrere tausend Pythons erlegt werden, doch dürfte dies nur einen kleinen Teil der weiter wachsenden Population ausgemacht haben. Dabei drängt die Zeit für die einheimische Fauna durchaus: In Gebieten, in denen die exotischen Reptilien vorkommen, schwanden teilweise 99 Prozent der vorhandenen Opossums, Waschbären oder Marschkaninchen, so eine Studie.

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