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01.07.2016

06:15 Uhr

Schutzschicht erholt sich

Das Ozonloch schließt sich langsam wieder

Im vergangenen Jahr erreichte das Ozonloch über der Antarktis noch Rekord-Ausmaße. Eine neue Untersuchung lässt jedoch vermuten, dass sich die Schutzschicht der Erde allmählich wieder erholt.

Das Ozonloch über der Antarktis am 24.09.2006 (r.) und am 09.06.2013. Die dunkelblauen bis violetten Farben zeigen an, dass die Ozonschicht dünn ist, die hellblauen, gelben und grünen weisen auf mehr Ozon hin. dpa

Ozonloch über der Antarktis

Das Ozonloch über der Antarktis am 24.09.2006 (r.) und am 09.06.2013. Die dunkelblauen bis violetten Farben zeigen an, dass die Ozonschicht dünn ist, die hellblauen, gelben und grünen weisen auf mehr Ozon hin.

CambridgeDas Ozonloch über der Antarktis scheint sich langsam zu schließen. Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot der ozonzerstörenden Chemikalien gebe es Hinweise darauf, dass ein Regenerationsprozess eingesetzt hat und sich die Ozonschicht stabilisiert, berichten Forscher aus Großbritannien und den USA im Fachblatt „Science“.

„Wir können jetzt sicher sein, dass die Entscheidungen, die wir getroffen haben, den Planeten auf den Weg der Heilung gebracht haben“, sagt Susan Solomon, Hauptautorin der Studie. Noch im vergangenen Jahr zeigten sich Experten irritiert wegen der damals festgestellten immensen Ausdehnung des Ozonlochs.

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Das gemessene Rekordhoch sei jedoch auch auf den Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile zurückzuführen, fanden die Forscher nun bei ihrer Untersuchung heraus. Das Team um Solomon, die am Massachusetts Institute of Technology forscht, hatte die jährliche mittlere Dicke der Ozonschicht und die Größe des Ozonlochs über der Antarktis im Monat September zwischen 2000 und 2015 ermittelt.

Das Ozonloch öffnet sich jedes Jahr im Frühling auf der Südhalbkugel. Dann sorgt die nach dem langen Polarwinter einsetzende Sonneneinstrahlung dafür, dass die ozonschädigenden Stoffe, die sich im Winter angereichert haben, ihre Wirkung entfalten können. Im Oktober erreicht das Ozonloch jeweils seine größte Ausdehnung.

Vier Millionen Quadratkilometer kleiner

Die Forscher analysierten nun Ozon-Daten sowie Satelliten-Messungen von Schwefeldioxid, das bei Vulkanausbrüchen frei wird und den Ozonabbau beschleunigen kann. Außerdem berücksichtigten sie verschiedene meteorologische Daten wie Temperatur und Wind. Die September-Messwerte verglichen sie dann mit solchen aus Simulationsmodellen, die die Entwicklung der Ozonwerte unter verschiedenen Bedingungen vorausberechneten.

Sie fanden heraus, dass das September-Ozonloch zwischen den Jahren 2000 und 2015 um mehr als vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft ist. Das ist eine Fläche größer als Indien. Der Tag, an dem eine bestimmte Größe des Ozonlochs überschritten wird, verschiebe sich Jahr für Jahr weiter nach hinten, schreiben die Forscher. Sie konnten außerdem zeigen, dass die Abnahme des Ozonlochs zu mehr als 50 Prozent auf den Rückgang der verursachenden Chemikalien in der Ozonschicht zurückzuführen sei.

Aber warum untersuchten die Forscher eigentlich die Septemberwerte und legten ihren Fokus nicht auf Oktober, wenn das Ozonloch sein größtes Ausmaß erreicht? Die Oktoberdaten seien anfälliger für Schwankungen, etwa durch kleine Veränderungen der Meteorologie, sagt Solomon.

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