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27.10.2016

13:42 Uhr

Seltene Raubkatzen

Die Rückkehr der weißen Löwen

Weltweit gibt es nur noch 300 weiße Löwen, die meisten leben in Gefangenschaft. Doch seit einigen Jahren kehren die mysteriösen Tiere wieder in die Wildnis zurück – dorthin, wo sie einst vom Himmel gefallen sein sollen.

Die hellhäutigen Raubkatzen sind besonders selten. dpa

Weiße Löwen

Die hellhäutigen Raubkatzen sind besonders selten.

AcornhoekDer Legende nach fiel vor 400 Jahren ein riesiger Lichtball auf Timbavati herab. Darauf sollen die Löwen dort weiße Junge zur Welt gebracht haben. Der Name der südafrikanischen Region nahe der Grenze zu Mosambik bedeutet jedenfalls „Ort, an dem die weißen Löwen auf die Erde herunterkamen“.

So genau weiß es aber niemand, woher die mysteriösen Raubkatzen tatsächlich stammen. Laut der Stiftung zum Schutz weißer Löwen WLT (White Lion Trust) könnte eine Eiszeit für die Entstehung dieser besonderen Art verantwortlich sein. Europäische Besucher hätten erstmals 1938 von den Raubtieren berichtet. Sicher ist nur, dass sie selten sind.

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Wir kennen Löwen als Herrscher der afrikanischen Savanne, doch einst bevölkerten die Großkatzen auch Europa und Asien. Längst sind sie dort verschwunden – und auch in ihrem letzten Lebensraum droht ihnen die Ausrottung.

Bis Anfang der 90er Jahre waren weiße Löwen aus der Gegend verschwunden. Sie waren in Zoos gelandet, in Zirkussen und auf Zuchtfarmen. Die meisten der weltweit 300 weißen Löwen lebten heute in Gefangenschaft – bis auf eine Handvoll, die in südafrikanischen Naturschutzgebieten ihre Freiheit genießen können, sagt der WLT-Löwenexperte Jason Turner.

Dazu gehören auch die beiden Löwenmännchen Zukara und Matsieng, die im Wildschutzgebiet Tsau innerhalb eines Unesco-geschützten Biosphärengebiets in der Abenddämmerung brüllen. „Sie rufen nach Weibchen“, sagt Wildhüter George Ngomane und lauscht dem Grölen durch den Wald, wo sich die Löwenbrüder mit ihren blauen Augen und langen Mähnen auf einem Pfad gegenüberliegen.

Die beiden sind Enkelsöhne der Löwendame Marah, die Linda Tucker einst vor Trophäenjägern rettete – in Südafrika gibt es nämlich rund 170 Ranches, auf denen Löwen zum Anschauen und Streicheln, aber auch zum Gejagt-werden aufgezogen werden. Nach der Rettung der weißen Löwin richtete Tucker, die früher als Model und Werbemanagerin arbeitete, das Schutzgebiet ein und entließ Marah 2004 in die Freiheit.

Dort können weiße Löwen problemlos überleben. Ihre Farbe helfe ihnen vor allem, in der grauen Wintersaison, in sandigen Flussbetten und im Vollmond zu jagen, erklärt Turner vom WLT. Früher habe man die Tiere wegen ihres weißen Fells für Albinos gehalten. Inzwischen steht laut WLT aber fest, dass es sich nur um ein seltenes Markierungsgen handelt.

„Weiße Löwen sind wie blonde Menschen“, so Turner. Einige der gelben Löwen in der Gegend trügen auch weiße Gene, so dass bei der Paarung mit einem weißen Partner eine 50-prozentige Chance auf weißen Nachwuchs bestehe.

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