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26.09.2011

07:36 Uhr

Solarthermie

Neue Kraftwerke kombinieren Gas und Sonne

Um die Unwägbarkeiten grüner Energien ausgleichen zu können, verbinden Anlagenbauer fossile und erneuerbare Energie. Dabei wächst der Solarthermie eine neue Rolle zu. Vorreiter sind diesmal nicht die Deutschen.

Immer mehr Anlagenbauer verbinden fossile und erneuerbare Energie. dpa

Immer mehr Anlagenbauer verbinden fossile und erneuerbare Energie.

DortmundDie Entwicklung von effizienteren, umweltfreundlicheren Kraftwerken ist das Ziel weltweiter Forschung. Zu den neuesten Errungenschaften zählt ein Gas-und-Dampfturbinen- Kraftwerk (GuD) mit 530 Megawatt (MW) Leistung, das dank zusätzlicher Abwärmenutzung und integrierter Solartechnik mehr Wasserdampf für die Stromproduktion bereitstellt. Dadurch steigt der Wirkungsgrad gegenüber derzeit gängigen GuD-Anlagen um sieben Prozentpunkte auf 65 Prozent.

Entwickelt hat die sogenannte „Flex Efficiency 50“-Anlage der US-Konzern GE Energy. Die Solartechnik liefert der kalifornische Solarkraftwerksbauer Esolar, an dem GE Energy beteiligt ist. Das Hybridkraftwerk kombiniert die GuD-Anlage mit einem Feld aus Hunderten Spiegeln, die Sonnenlicht auf einen Röhrenabsorber am oberen Ende eines Turms richten. Dort entsteht heißer Dampf, der für eine bessere Brennstoffausnutzung in den Wasser-Dampf-Kreislauf des Kraftwerks eingespeist wird.

Die neue Technik kann eine wichtige Rolle beim Umbau der Energiesysteme spielen. Klimaauflagen verpflichten Energieversorger in vielen Ländern, ihren Ökostromanteil zu erhöhen. Daher investieren sie in erneuerbare Energien oder Techniken wie das Hybridkraftwerk. „Es kann gegenüber herkömmlichen Kombikraftwerken jährlich bis zu 20 Millionen Kubikmeter Erdgas und 50000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen einsparen“, sagt Marcus Scholz, Leiter Kombikraftwerke bei GE Energy.

Das Besondere am Hybridkraftwerk ist, dass der Solarteil Speichertechnik integrieren kann. Bisher schwankt die Energieerzeugung von Solarkraftwerken je nach Wetter, und der produzierte Strom lässt sich kaum zwischenspeichern.

Nicht so bei der Concentrated-Solar-Power-Technik (CSP): Sie speichert überschüssige Wärme in flüssigem Salz in großen Tanks und kann damit nach Bedarf Strom erzeugen. So kann die Solarthermie helfen, Lücken in der Photovoltaik- und Windstromerzeugung zu schließen. Das erste kommerzielles Hybridkraftwerk von GE Energy soll 2015 in der Türkei in Betrieb gehen.

Noch gefragter, um Solarenergie in die Energieversorgung einzubinden, sind allein stehende CSP-Anlagen, die ganz ohne fossile Brennstoffe auskommen – ihnen genügt die Sonne. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das CSP-Systeme erforscht, soll die weltweit installierte Leistung dieser Kraftwerke von heute rund zwei MW bis 2020 auf 35000 MW wachsen.

Kommentare (2)

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Torsten_Steinberg

26.09.2011, 08:29 Uhr

Nach all dem Bashing von Solar Millennium in den vergangenen Tagen plötzlich so ein positiver Artikel, in dem die aktuellen Probleme von Solar Millennium zur Abwechslung mal vollständig unterschlagen werden. Da fragt man sich, wo liegt denn nun die Wahrheit? Und woher dieser rasante Meinungswechsel? Wurden bis zum wochenende noch die Probleme der Firma gnadenlos überbewertet, die so sachkundig dargestellt schienen? Bei dieser schwankenden, abwechselnd auf seine Weise einseitigen Berichterstattung bleibt als erstes die Glaubwürdigkeit auf der Strecke.

CEFA

26.09.2011, 10:35 Uhr

Wirkungsgrad 65% der GE Anlage? Erste Anlage in 2015 in der Türkei.

Siemens Gasturbinen der H Serie erreichen jetzt schon Wirkungsgrade über 70% das erste Kraftwerk ging diesen Monat in Bayern in Betrieb und dies alles ohne Solarunterstützung.

Klingt nach einem Erfolg der GE Marketingabteilung!

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