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26.01.2012

09:21 Uhr

Stiftung Warentest

Nur zwei von drei Ökostromtarifen nützen der Umwelt

Wer einen Ökostromtarif wählt, der möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die Energiewende vorantreiben. Doch nicht alle Ökostromtarife sorgen für wirklich mehr grüne Energie.

Windräder einer Windkraftanlage in der Nähe von Magdeburg hinter einem blühenden Rapsfeld. dpa

Windräder einer Windkraftanlage in der Nähe von Magdeburg hinter einem blühenden Rapsfeld.

Berlin/DüsseldorfNicht überall, wo Öko draufsteht, ist auch Öko drin: Bei einem Test von 19 Ökostromtarifen hat die Stiftung Warentest ermittelt, dass nur 13 Angebote einen Nutzen für die Umwelt haben. Nur bei diesen Tarifen sorge der Anbieter dafür, dass zum Beispiel in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investiert werde, heißt es in der Februar-Ausgabe des Magazins „Test“ laut Vorabbericht.

Andere Stromanbieter trennen ihren vorhandenen Energie-Mix einfach in konventionellen Strom und Ökostrom. Besitzt ein Energieanbieter beispielsweise ohnehin ökologische Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerke, kann es den von diesen Kraftwerken produzierten Strom als Ökostrom verkaufen, ohne in alternative Energien zusätzlich zu investieren. Allerdings sei Ökostrom sogar häufig günstiger als Normalstrom.

„Sehr stark“ ökologisch engagiert und zusätzlich mit „guten“ Vertragsbedingungen sind dem Testbericht zufolge die Tarife der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau (Tarif Sonnencent 0,5), Lichtblick (Lichtblick-Strom) und Naturstrom. Greenpeace Energy (Privatkundentarif) sei ebenfalls „stark engagiert“, die Tarifbedingungen aber nur „befriedigend“.

Nur bei diesen vier unabhängigen Ökostromanbietern geht das Geld nicht an ein Unternehmen, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft, teilt die Stiftung Warentest mit. Dennoch gäbe es auch bei konventionellen Energieversorgern Tarife, die ein „sehr starkes“ oder „starkes“ ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen, sieben engagieren sich hingegen nur „schwach“.

Wer noch nie seinen Stromtarif gewechselt hat, steckt in der Grundversorgung, dem meist teuersten Tarif. Im Januar 2012 zahlt eine Familie mit 4000 Kilowattstunden Verbrauch im Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters im Schnitt 1046 Euro. Für einen Ökotarif mit Gütesiegel dagegen nur 1010 Euro.

Kommentare (6)

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Exil

26.01.2012, 12:33 Uhr

Würde mich mal interessieren, woher Greenpeace Energy/ Lichtblick etc. Kunden ihren Strom in einer windstillen Nacht bekommen....Wahrscheinlich aus der Steckdose. Weiterhin sollten m.E. Erzeuger erneuerbarer Energien gezwungen werden mind. 50%-60% ihrer installierten Wind / Solarleistung an 300 Tagen im Jahr als Einspeiseleistung zu garantieren. Dann müssten sie auch in Backupkraftwerke und Speicher- und Regeltechnologie investieren. Sonst werden wir in naher Zukunft den Preis für den grünen Lifestyle bezahlen. Es ist Zeit dass die Deutschen nachdenken ob ihr Weg wirklich so Nachhaltig ist, wie ihnen immer erzählt wird. Denn nur mit einer leistungs- und wettbewerbsfähigen Wirtschaft können wir unseren Lebensstandard und den Sozialstaat erhalten. Das setzt aber eine stabile Stromversorgung (incl. stabiles Netz) vorraus.

Exil

26.01.2012, 12:33 Uhr

Würde mich mal interessieren, woher Greenpeace Energy/ Lichtblick etc. Kunden ihren Strom in einer windstillen Nacht bekommen....Wahrscheinlich aus der Steckdose. Weiterhin sollten m.E. Erzeuger erneuerbarer Energien gezwungen werden mind. 50%-60% ihrer installierten Wind / Solarleistung an 300 Tagen im Jahr als Einspeiseleistung zu garantieren. Dann müssten sie auch in Backupkraftwerke und Speicher- und Regeltechnologie investieren. Sonst werden wir in naher Zukunft den Preis für den grünen Lifestyle bezahlen. Es ist Zeit dass die Deutschen nachdenken ob ihr Weg wirklich so Nachhaltig ist, wie ihnen immer erzählt wird. Denn nur mit einer leistungs- und wettbewerbsfähigen Wirtschaft können wir unseren Lebensstandard und den Sozialstaat erhalten. Das setzt aber eine stabile Stromversorgung (incl. stabiles Netz) vorraus.

denk.mal

26.01.2012, 13:17 Uhr

Wenn Sie das so dringend interessiert, können Sie es zumindest bei den seriöseren Anbietern erfragen.

Sie haben Recht; die Infrastruktur kämpft mit erheblichen Problemen. Und genau deshalb lohnt es sich für niemanden allein, in Speichertechnologien zu investieren. Regeltechnologien werden seit Jahrzehnten verbessert und liefern heute ausgefeilte Ergebnisse.

Die Verantwortung dafür, nicht nur die Erzeugung, sondern auch die Verteilung von Energie aus regenerativen Quellen sicherzustellen liegt nicht bei den Unternehmen, sondern bei denen, die die herrschenden Regelungen ändern können. Sobald dort ein günstiges Investitionsklima entsteht, werden diese Investitionen auch wirklich getätigt (nennt sich Marktwirtschaft).

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