Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2011

18:38 Uhr

Strahlenmessungen

Experte wirft Japan Falschinformation vor

Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder wirft den Verantwortlichen in Japan gezielte Falschinformation vor. Er kritisiert Mangel an vertrauenswürdigen Messungen.

Ein Bauer führt auf seinem Feld in der Präfektur Ibaraki eine Strahlenmessung durch. Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder kritisiert den Mangel an zuverlässigen Messungen durch die japanische Regierung. Quelle: dapd

Ein Bauer führt auf seinem Feld in der Präfektur Ibaraki eine Strahlenmessung durch. Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder kritisiert den Mangel an zuverlässigen Messungen durch die japanische Regierung.

BerlinDer Strahlenbiologe Edmund Lengfelder wirft den Verantwortlichen in Japan gezielte Falschinformation vor. Er habe den Eindruck, „dass hier die Öffentlichkeit - und dann auch die westliche Öffentlichkeit - nicht angemessen und nicht wahrheitsgemäß unterrichtet wird“, sagte der Leiter des Münchner Otto-Hug-Strahleninstituts am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Lengfelder kritisiert vor allem einen Mangel an Messdaten aus der radioaktiv belasteten Zone um das Atomkraftwerk in Fukushima: Er sei skeptisch, „ob konsequent gemessen“ und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse ausreichend informiert werde. Bislang seien zu wenig verlässliche Daten veröffentlicht worden. Er habe entsprechende Werte bislang vor allem aus den Medien erfahren: „Ich habe noch keine originären Messdaten gesehen von Stellen, wo ich sagen würde, denen würde ich vertrauen“, kritisierte der Experte. Er zeigte sich aber überzeugt, dass Japan über die technischen Möglichkeiten für ausreichende Messungen verfügt.

Der Gefahr, dass radioaktiv belastete Lebensmittel nach Deutschland gelangen könnten, ist Lengfelder zufolge derzeit gering: Zwar könnten die erhöhten Konzentrationen radioaktiver Stoffe, die im Meerwasser gemessen würden, durch die Strömungen in weiter entfernte Gebiete transportiert werden. Die bislang frei gesetzten Mengen seien aber für Entfernungen bis zum Atlantik oder dem Nordpolarmeer bislang nicht problematisch. Betroffen seien vor allem die küstennahen Gebiete im Umkreis von einigen hundert Kilometern: „Da muss man den Fischfang genau kontrollieren.“

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.03.2011, 19:13 Uhr

http://www.rdtn.org/
Hier die Adresse einer japanischen NGO, welche seit zwei Tagen Daten ins Netz stellt. Da staunt man dann shcon ein bisschen, auch was den Grossraum Tokio betrifft.

Account gelöscht!

22.03.2011, 19:15 Uhr

http://www.rdtn.org/
unter dieser Adresse stellt eine japanische NGO Daten ins Netz.

JR.

22.03.2011, 19:36 Uhr

"Ein Bauer führt auf seinem Feld in der Präfektur Ibaraki eine Strahlenmessung durch."
Ja sicher, das mache ich auch jeden Tag mit meiner Motorsense, aber irgendwie zeigt das Gerät nie etwas an ....

Höchst peinlich diese Bildunterschrift ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×