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15.01.2017

10:46 Uhr

Streusalz und seine Folgen

Sichere Straßen, belastete Natur

Das Winterwetter verwandelt Straßen und Gehwege in Deutschland in gefährliche Rutschbahnen. Als Gegenmittel kommt häufig Streusalz zum Einsatz - selbst dort, wo es eigentlich verboten ist.

Natriumchlorid und andere Salze landen zuhauf auf Gehwegen, Treppen und vor allem auf Straßen: In harten Wintern sind es laut Umweltbundesamt mehr als vier Millionen Tonnen. dpa

Streusalz für den Winter

Natriumchlorid und andere Salze landen zuhauf auf Gehwegen, Treppen und vor allem auf Straßen: In harten Wintern sind es laut Umweltbundesamt mehr als vier Millionen Tonnen.

BerlinWer schippt schon gerne im Morgengrauen Schnee? Oder rückt weißen Massen mit einem Besen zu Leibe? Streusalz mag als bequeme und wirksame Alternative erscheinen. Dabei ist der private Gebrauch vielerorts verboten. Natriumchlorid und andere Salze landen dennoch zuhauf auf Gehwegen, Treppen und vor allem auf Straßen.

In harten Wintern sind es nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) mehr als vier Millionen Tonnen. Darunter leiden nicht nur Bäume, klagen Umweltschützer.

Beispiel Berlin, mit rund als 440.000 Straßenbäumen eine baumreiche Großstadt: Das Ausmaß an Streusalzschäden bezeichnet der Baumschutzexperte Christian Hönig vom Berliner BUND als „gravierend“. Eine vollständige Erhebung der Schäden gebe es aber nicht, auch weil sie oft nicht unmittelbar sichtbar seien und viele schädliche Aspekte wie sommerliche Trockenheit und Schädlingsbefall zusammenkämen.

Mit Salz gegen Eis und Schnee

Wie wirkt Streusalz?

Streusalz besteht zum Großteil aus normalem Kochsalz, dem Natriumchlorid. Dieser chemische Stoff interagiert mit den Wassermolekülen und löst Eis und festen Schnee auf.

Bis zu welcher Temperatur wirkt das Salz?

Bis zu etwa minus zehn Grad lassen sich glatte Straßen damit entschärfen, spezielle Salze sind auch noch bei tieferen Temperaturen wirksam.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Das Salz schädigt Bäume und andere Pflanzen, greift Oberflächen von Gebäuden und Fahrzeugen an und kann Böden und Gewässer belasten.

Gibt es Alternativen?

Ja – das Umweltbundesamt empfiehlt alternativ salzfreie Streumittel aus Sand oder Kalkstein.

Streusalz bewirkt mehrere Arten von Schäden, meist unterirdisch, es schädigt die Wurzelzone. Wenn Autos durch Pfützen fahren, könne es durch die Gischt zu oberirdischen Verätzungen kommen, so Hönig. Zudem sammle sich Streusalz über Jahre im Boden an und mache ihn sauer. Insgesamt verschlechtert sich so die Nährstoffversorgung von Bäumen.

Wenn sich ein rostroter Rand an Blättern zeigt und ein Baum sein Laub verfrüht abwirft, kann es schon zu spät sein. „Wenn wir das sehen, ist ein Großteil der unterirdischen Schäden schon erfolgt und dann haben wir einen sehr schwierigen, nicht immer reversiblen Status“, sagt Hönig.

Dabei ist zum Beispiel in der Hauptstadt relativ stark reglementiert, wo die Berliner Stadtreinigung (BSR) überhaupt Salz streuen darf: auf Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen, einschließlich Radstreifen. Auf Hauptverkehrsstraßen ist für den Normalfall vorgesehen, dass punktuell gestreut wird, zum Beispiel an Kreuzungen und besonderen Gefahrenstellen. Bei extremen Witterungsverhältnissen gibt es dort auch Streckenstreuungen, wie der für den Winterdienst zuständige Abteilungsleiter Robert Drieß von der BSR schildert.

Genaugenommen werde ein Feuchtsalz gestreut, das zu etwa zwei Dritteln aus Natriumchlorid, also Kochsalz, und etwa einem Drittel aus einer Wasser-Calciumchlorid-Lösung besteht. „Das sorgt für eine bessere Haftung des Salzes am Boden“, erklärt Drieß. Präventiv dürften die Straßen nur gesalzen werden, wenn etwa Blitzeis vorhergesagt wird.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.01.2017, 09:25 Uhr

Herr Mark Hoffmann - 17.01.2017, 09:15 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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