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24.04.2012

17:30 Uhr

Trassen-Umbau

Gleichstrom soll Netzausbau beschleunigen

Der Netzausbau in Deutschland könnte günstiger und schneller vonstatten gehen. In Europa soll ein Netz aus Gleichstromleitungen entstehen, das Strom in größeren Mengen und dazu fast verlustfrei transportieren soll.

Hochspannungsmasten: Der Netzausbau verläuft in Deutschland nur schleppend. dpa

Hochspannungsmasten: Der Netzausbau verläuft in Deutschland nur schleppend.

Dortmund/HannoverEine neue Stromübertragungstechnik soll den Netzausbau in Deutschland beschleunigen. Gleichstromleitungen, die die doppelte Strommenge fast verlustfrei transportieren, könnten den Plänen nach die Energiewende deutlich vorantreiben.

Auch die Betreiber von Windparks wollen den Netzausbau beschleunigen. Sie wollen den Anschluss ihrer Anlagen mit dem Bau von Teilnetzen vorantreiben. Diese lokalen Netze könnten die Stromerzeugung einzelner Anlagen oder Windparks bündeln und Schnittstellen zu überregionalen Übertragungsnetzen bilden. Der Bundesverband Windenergie (BWE) forderte die Bundesregierung am Dienstag am Rande der Hannover Messe auf, ein Konzept zur Finanzierung und rechtlichen Absicherung für den Bau sogenannter Einspeisenetze zu entwickeln.

Eine Studie habe entsprechende Einsparpotenziale sowie eine Beschleunigung des Netzausbaus durch eigene Einspeisenetze der Anlagenbetreiber angedeutet, sagte der BWE-Chef Hermann Albers: „Es gibt nichts Günstigeres, als solche Puffer zu bilden, in denen man das Netz ausbaut.“ Dies liege auch daran, dass dabei nicht - wie bei großen Netzen - teure Reservekapazitäten für Ausfälle bereitgehalten werden müssen. Zur Finanzierung empfiehlt der Verband ein Modell, das den bisherigen Netzentgelten ähnelt, die Betreiber großer Netze von den Nutzern erhalten.

Auf Höchstspannungsebene könnte schon in den nächsten Jahren ein deutlicher Schritt nach vorn gemacht werden. Bis spätestens 2019 soll der erste Teil des sogenannten Ultranets zur Stromübertragung von Nord- nach Süddeutschland fertiggestellt sein. Dazu wollen die Netzbetreiber Amprion und Transnet BW eine 430 Kilometer lange Gleichstrom-Hochspannungsleitung zwischen dem Niederrhein und Baden-Württemberg installieren. Andere könnten folgen.

Kommentare (7)

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Heinrich

24.04.2012, 16:14 Uhr

Kann mir mal einer sagen wie z. B. aus 1 Megawatt Gleichstrom wieder Wechselstrom gemacht wird?

vandale

24.04.2012, 16:58 Uhr

HGÜ ist keine ganz neue Technik, HGÜ Leitungen gibt es seit Jahrzehnten, z.B. von Dänemark nach Norwegen, von Spanien nach Nordafrika. Der Vorteil besteht darin dass nur 2 statt 3 Leitungen erforderlich sind und die Uebertragungsverluste geringer sind. Der Wechselstrom verläuft sinusförmig. Unterschiedliche Netze, auch wenn diese 50 Hz Netze sind können Phasenverschiebungen aufweisen. Zu grosse Netze können Phasenverschiebungen aufweisen in diesen Fällen hilft eine Gleichstromübertragung.

Eine wesentliche Herausforderung sind die Umwandlung Wechselstrom - Gleichstrom - Wechselstrom. Hierzu verwendet man Hochleistungshtyristoren. Die Grundschaltungen für Gleichrichter und Wechselrichter findet man im Wikipedia.

Die "Energiewende" beruht auf auf (öko)religiösen Visionen. HgÜ Verbindungen mögen ein wenig helfen, können jedoch nicht die Grundproblematik lösen, dass diese relgiösen Visionen mit Solarzellen und Windmühlen eben im Konflikt mit Technik und Wirtschaftlichkeit stehen.

Vandale

Herbert

24.04.2012, 17:01 Uhr

Hallo Heinrich,

googeln Sie mal nach 'HGÜ'


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