Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2011

12:18 Uhr

Tsunami-Schutz

Japans vergeblicher Versuch, die See zu bändigen

Große Teile der japanischen Küstenlinie sind mit Mauern und Wellenbrechern gegen Tsunamis gesichert. Der Schutz der Anlagen erwies sich bei der jüngsten Tsunami-Katastrophe jedoch vielfach als trügerisch.

In Miyako bildeten Tsunami-Schutzmauern kein Hindernis für die Wassermassen. Quelle: Reuters

In Miyako bildeten Tsunami-Schutzmauern kein Hindernis für die Wassermassen.

Düsseldorf15 Minuten nach dem schweren Erdbeben vergangenen Freitag rollte die erste Tsunami-Flut gegen die japanische Pazifikküste. 15 Minuten, die vermutlich tausende Menschenleben gerettet haben. „Wir gehen davon aus, dass sich viele Menschen retten konnten, weil sie schnell gewarnt wurden“, so Jörn Lauterjung vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam.

Innerhalb von drei Minuten nach dem Beben erging eine „Major Tsunami-Warnung“ für die nördlichen Provinzen – die höchste Stufe nach internationalem Standard. Bei einer derartigen Warnung werden die Menschen unmittelbar über Radio, Fernsehen und Handy gewarnt.

So blieben den Betroffenen immerhin noch gut zehn Minuten, um sich vor den anrollenden Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Nicht genug, um alle Küstenbewohner zu retten, doch ohne Japans gut ausgebautes Tsunami-Frühwarnsystem wären die Opferzahlen wohl noch deutlich höher ausgefallen.

Während Experten wie Lauterjung dem japanischen Tsunami-Warnsystem also gute Noten ausstellen, hat sich ein anderes Schutzsystem weniger gut bewährt. Rund 40 Prozent der Küsten des Landes verfügen über Anlagen zum Schutz vor Tsunamis: Wellenbrecher, Fluttore, Schutzmauern. Doch im Moment der Katastrophe erwiesen sich viele dieser Bauten als unzureichend.

In Miyako etwa überwand eine Flutwelle ohne Probleme die Tsunami-Schutzmauer am Hafen der Stadt und ergoss sich weit in Landesinnere (siehe Video). Auch die schwer vom Tsunami getroffenen Städte Ofunato und Kamaishi verfügten über Tsunami-Schutzwälle, die im Moment der Katastrophe allerdings versagten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×