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07.06.2015

18:38 Uhr

Ugandas Wälder verschwinden

Afrikas grüner Lunge droht der Kahlschlag

Uganda ist als grünes, fruchtbares Land am Äquator bekannt. Aber immer mehr der einst üppigen Wälder werden unkontrolliert abgeholzt. Geht das so weiter, droht der grünen Lunge Afrikas der Kahlschlag.

Jedes Jahr nimmt der Baumbestand in dem größtenteils von der Landwirtschaft abhängigen Land um mindestens 92.000 Hektar ab. dpa

Abholzung von Wald nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala

Jedes Jahr nimmt der Baumbestand in dem größtenteils von der Landwirtschaft abhängigen Land um mindestens 92.000 Hektar ab.

KampalaDas Szenario ist düster: Das einst so grüne Uganda im Osten Afrikas könnte in 35 Jahren ein kahles, von Naturkatastrophen gebeuteltes Land sein, in dem kaum noch wilde Tiere leben und Ackerflächen das Landschaftsbild prägen. „Wenn unsere Wälder weiter mit der gleichen Geschwindigkeit wie bisher abgeholzt werden, dann wird 2050 kein einziger Wald mehr übrig sein“, warnt Gilbert Kadilo, der Sprecher der nationalen Forstbehörde (NFA).

Das werde nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die Menschen haben, sondern auch auf Tiere wie etwa die Affen, die in den Wäldern leben, sagt der Experte. „Immer mehr Wälder werden in Farmland umgewandelt, um etwa Bohnen, Mais und Zuckerrohr anzubauen.“ Grund für den steigenden Lebensmittelbedarf ist vor allem das stete Bevölkerungswachstum, das bei 3,4 Prozent jährlich liegt.

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Uganda gehört zum sogenannten Kongo-Becken. Der äquatoriale Regenwald, der auch als grüner Gürtel Afrikas bezeichnet wird, erstreckt sich von westlichen Ländern wie Kamerun und Gabun über den Kongo bis hin zur Region der großen Seen mit Ländern wie Ruanda, Tansania und Uganda im Osten. Nur der Urwald im Amazonas-Gebiet in Südamerika ist noch größer. Im Bwindi-Nationalpark im Südwesten Ugandas leben einige der letzten Berggorillas der Welt.

Aber jedes Jahr nimmt laut Forstbehörde der Baumbestand in dem größtenteils von der Landwirtschaft abhängigen Land um mindestens 92.000 Hektar ab. Derzeit gibt es noch etwa 3,5 Millionen Hektar. Kontrollen gibt es so gut wie keine, denn 70 Prozent der Waldflächen werden privat verwaltet.

Kommentare (3)

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Herr Klaus Ermecke

08.06.2015, 12:55 Uhr

Auch Entwicklungsländer sollten zu einer geordneten Forstwirtschaft finden. Diese Grundidee des Artikels ist zunächst einmal richtig.

Erneut seien Redaktion und Herausgeber aber daran erinnert, daß es den angeblichen wettersteuernden und damit die Wetterstatistik (namens "Klima") prägenden CO2-Einfluß nicht gibt. Der ist ein Hirngespinnst. Das ist (übrigens von deutschen Wissenschaftlern) seit langem nachgewiesen.

Herr hpeter malter

08.06.2015, 14:58 Uhr

Der Raubbau an der Natur aufgrund der Überbevölkerung u mangelnde Verantung in den Entwicklungsländern selbst sind die wahren Ursachen von Erderwärmung u Klimakathastrophen! Wann wird das endlich zum Thema u nicht mehr totgeschwiegen wegen schlechten Gewissens hinsichtlich der Kolonialzeit?

Herr Paul Kersey

08.06.2015, 17:10 Uhr

Ich danke jedenfalls Gott dafür, dass ich nicht einenTag später geboren wurde.
Die Menschheit wird sich todsicher selbst zugrunde richten. So etwas wie eine Weltsolidarität gibt es nicht. Es geht immer und ausschließlich um nationale Interessen. Man braucht nur die Tagesschau anzuschalten und man weiß, wohin die Reise gehen wird. Die Natur wird das verkraften und in in ein paar Jahrzehnten oder Jahrhunderten wieder richten, wenn die Episode "Menschheit" sich von selbst erledigt hat.

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