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14.01.2011

14:38 Uhr

Umstrittene Jagd

In Schweden tobt der Streit um den Wolf

VonThomas Borchert und Lennart Simonsson (dpa)

Am morgigen Samstag gibt es wieder grünes Licht für die Wolfsjagd in Schweden. Von den gut 200 dort lebenden Tieren dürfen dann 20 erlegt werden. Gegner und Befürworter der Jagd liefern sich einen erbitterten Streit.

Schwedens Tierschützer laufen Sturm gegen die Wolfsjagd. DAPD

Schwedens Tierschützer laufen Sturm gegen die Wolfsjagd.

KOPENHAGEN/STOCKHOLM. Rapper kündigen Sabotageakte an und Jäger bekommen Morddrohungen: Vor dem Start der Wolfsjagd am Samstag streiten die Schweden mit harten Bandagen über das Für und Wider.

„Wir werden uns den Jägern sehr wirksam in den Weg stellen“, kündigte der Rapper „Follow Him To The End Of The Desert“ aus Borlänge am Mittwoch in der Zeitung „Dalarnars Tidningar“ an. Umweltminister Anders Carlgren will mit schärferen Maßnahmen gegen die seiner Meinung nach „weit verbreitete“ illegale Jagd auf Wölfe angehen.

Umgekehrt beklagen Jäger, dass sie für ihre Teilnahme an der Aktion Morddrohungen ins Haus bekommen. Dabei hat ihnen das staatliche Umweltamt zum zweiten Mal seit über 40 Jahren grünes Licht gegeben: Bis Ende Februar dürfen 20 der schätzungsweise rund 210 Wölfe in sechs mittelschwedischen Bezirken erlegt werden. Anwohnern ist das noch viel zu wenig.

„Alle diejenigen, die so laut nach totalem Schutz für den Wolf schreien, müssen sich nie mit den konkreten Gefahren auseinandersetzen“, sagt Inge Johansson von der „Volksaktion für eine neue Raubtierpolitik“ aus dem Bezirk Värmland. Die seit den 80er Jahren wieder auftauchenden Wölfe würden „den Bestand alter Kuh- und Schafsrassen gefährden“, klagt er im Boulevardblatt „Expressen“. Der genehmigte Abschuss von sechs der etwa hundert Wölfe in Värmland sei „doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“.

Auch Schwedens Jägerverband hält die diesjährige Quote für viel zu niedrig. Das Interesse an der Wolfsjagd ist mit mehreren tausend Lizenz-Anträgen überwältigend. Der zwischenzeitlich komplett verschwundene Canis lupus gilt als lästiger Konkurrent bei der Jagd auf Elche. Auch reißen Wölfe immer mal wieder Jagdhunde.

Kommentare (2)

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Antonietta

15.01.2011, 14:38 Uhr

Jägerinnen stellen nur 0,3% der bevölkerung. Und trotzdem beherrschen sie fast unsere gesamte Natur. Die weit mehr als 300.000 Jäger durchstreifen schwerbewaffnet unsere Wälder oder sitzen im Hinterhalt auf Hochsitzen, um das wehrlose Wild abzuknallen.
Mindestens 6 Millionen Tiere metzeln die Grünröcke jedes Jahr in Deutschland nieder. Hinzu kommen allein bis zu 30.000 erschossene Hunde und bis zu 400.000 Katzen, für deren Tod die Jägerinnen nach eigenen Angaben verantwortlich sind.
im "Jagdjahr" 2004/05 wurden von Jägern in Deutschland z.b. 552.812 Feldhasen, 162.096 Wildkaninchen, 445.267 Fasane und
11.745 Rebhühner getötet (http://www.jagd-online.de/datenfakten/jahresstrecken/?meta_id=256)

www.schnitzel-ist-out.de

17.01.2011, 13:56 Uhr

Die Jagd ist antiquiert. Die Natur kommt ohne diese Lustmörder besser zurecht, sie würde sich regenerieren. Schlimm das die Mörder hinterrücks und heimtückisch auf wehrlose Tiere schießen dürfen, das gehört verboten!

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