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19.04.2012

10:14 Uhr

Umstrittene Projekte

Anden-Staudämme belasten den Amazonas

Mehr als 150 neue Staudämme sind an den Amazonas-Zuflüssen in den Anden geplant. Vor allem Brasilien drängt seine Nachbarn zum Ausbau. Forscher warnen vor den negativen Folgen für Bevölkerung, Regenwälder und Tierwelt.

Für den Amazonas könnten die geplanten Staudämmen in den Anden zum Problem werden. gms

Für den Amazonas könnten die geplanten Staudämmen in den Anden zum Problem werden.

DüsseldorfForscher warnen vor den negativen Folgen der geplanten Staudämme an den Amazonas-Zuflüssen in den Anden. Die große Zahl der Wasserkraftwerke – mehr als 150 sind in den kommenden 20 Jahre geplant – würde negative Umweltauswirkungen von bislang unerwartetem Ausmaß haben, berichtet ein Forscherteam des Center for Environmental Law aus Washington im Online-Fachjournal „PLoS One“.

Heute gibt es nur 48 Staudämme dieser Größe im Amzonas-Einzugsgebiet der Anden. Die neu geplanten Werke liegen auf fünf der sechs großen Amazonas-Zuflüsse, hauptsächlich in Peru und Ecuador und in geringerem Ausmaß auch in Bolivien und Kolumbien.

Vor allem der Marañón-Fluss in Peru wird mit 81 geplanten Projekten überlastet, unter ihnen sechs, die über 1000 Megawatt Leistung liefern sollen. Nur der Putumayo-Fluss in Kolumbien ist unter den bedeutenden Zuflüssen des größten Stroms der Welt frei von Staudammprojekten.

Nach Auswertung des Teams um Matt Finer werden 47 Prozent dieser Energieprojekte starke Umweltauswirkungen haben. Vierzig der Staudammprojekte werden in unmittelbarer Nähe von Eingeborenen-Siedlungen geplant. Fischmigrationen flussaufwärts werden gestört, die Sedimenten-Abtragung flussabwärts ebenfalls. Zur Waldüberflutung kommt die Rodung für den Bau von Zufahrtstraßen und Stromleitungen.

Allein Ecuador, Peru und Bolivien planen bis 2020 den Bau von Staudämmen mit einer Kapazität von insgesamt 7000 MW. Das Gefälle des Amazonas-Beckens ist in Brasilien geringer als in den Anden-Ländern, weshalb Staudämme in diesem Land weniger rentabel sind. Dafür fördert aber Brasilien den Bau in Nachbarländern wie Peru und Bolivien mit der Absprache, ihnen Energie abzukaufen.

Zudem plant Brasilien aber auch selbst Staudämme am Amazonas, wie etwa das Werk Belo Monte. Es soll das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt werden und trifft auf heftigen Widerstand. Dazu müssten mehrere zehntausend Menschen umgesiedelt werden.

 

Von

dpa

Kommentare (2)

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vandale

19.04.2012, 12:51 Uhr

Südamerika hat die Gnade ein grosses Wasserkraftpotential zu besitzen und wird dies in den kommenden 1-2 Jahrzehnten erschliessen. Das sich hierdurch die Flora und Fauna ändern wird, ist zu erwarten. Eine industrielle Zivilisation mit einigen hundert Mio. Menschen verändert nun mal die Umwelt.

Die Bibel sagt hierzu..Machet Euch die erde untertan.

Vandale

Account gelöscht!

28.04.2012, 14:52 Uhr

Wassich im Amazonasgebiet in Brasilien abspielt, gehört zu den schlimmsten Verbrechen, welche der Mensch der Natur auf unserer aller Welt antun konnte und tut.
Wo wollen wir einmal leben, wenn es unsere Lunge der Welt zerstört ist?
Das schlimmste erleben die Menschen durch die anhaltenden Überschwemmungen an den Flüssen.
Durch korrosion gelangt immer mehr Erdreich in die Flussbette und das Wasser muss über die Ufer treten.
Um Manaus werden erneut über 40.000 Haushaltungen evakuiert.

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