Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2013

22:58 Uhr

Umwelt

CO2-Konzentration erreicht historischen Höhepunkt

Mehrere Klimastationen haben einen so hohen CO2-Wert in der Atmosphäre gemessen wie zuletzt vor Millionen von Jahren. Forschern macht das Sorgen, doch die Konsequenzen sind unklar: Der CO2-Anstieg war noch nie so rasant.

Raum und Dampf steigen aus einem Kohlekraftwerk auf. dpa

Raum und Dampf steigen aus einem Kohlekraftwerk auf.

Washington/BerlinDer Anteil des klimaschädlichen Kohlendioxids in der Atmosphäre hat die symbolisch bedeutsame Grenze von 400 Teilen von einer Million (ppm) erreicht. Wie US-Forscher am Freitag mitteilten, wurde diese Schwelle am Donnerstag erstmals in der Geschichte der Menschheit überschritten. In der Messstation der Nationalen Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) in Mauna Loa im Bundesstaat Hawaii wurde ein Tagesdurchschnittswert von 400,03 ppm CO2 gemessen, im Scripps-Institut für Ozeanologie im kalifornischen San Diego waren es 400,08 ppm.

Der Leiter des Earth System Science Center an der Penn State University, Michael Mann, äußerte sich sehr besorgt über das Tempo, mit dem die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre steigt. "Es gibt keinen Präzedenzfall in der Geschichte der Erde für solch einen abrupten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen", sagte Mann der Nachrichtenagentur AFP. Lebewesen könnten sich an langsame Veränderungen ihrer Lebensbedingungen anpassen, bei dieser rasanten Veränderung sei dies aber nicht zu erwarten.

Mann führte aus, die Wissenschaft gehe davon aus, dass die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre zuletzt vor mehr als zehn Millionen Jahren so hoch gewesen sei. Damals sei es auf der Erde heißer gewesen und die Meeresspiegel hätten dutzende Meter über den derzeitigen gelegen.

Klimawandel: Deutschland produziert wieder mehr CO2

Klimawandel

Deutschland produziert wieder mehr CO2

Die Kohleverstromung wird derzeit immer billiger. Das führt nun dazu, dass der selbsternannte Klimavorreiter Deutschland höhere Treibhausgasausstöße vermelden muss. Der Bundesumweltminister spricht von einem „Ausreißer“.

Der Kommunikationschef des Umwelt-und Klimaforschungsinstituts Grantham an der Londoner School of Economics and Political Science, Bob Ward, erklärte, die Menschheit sei dabei, "ein prähistorisches Klima zu schaffen, in der sich unsere Gesellschaft enormen und potentiell katastrophalen Risiken ausgesetzt sieht".

Vor gerade drei Wochen lehnte das Europaparlament einen Plan ab, die Preise im Emissionshandel zu erhöhen. Das Handelssystem soll Industriekonzernen und Energieversorgern einen Anreiz bieten, die Emissionen zu reduzieren.

Kohlendioxid kann bis zu hundert Jahre lang in der Atmosphäre verweilen. Daher kann die derzeitige Konzentration des Treibhausgases noch Jahrzehnte lang für Klimaveränderungen sorgen. Vor der Industrialisierung betrug die CO2-Konzentration in der Atmosphäre noch 280 ppm, was eine Steigerung von über 40 Prozent bedeutet.

Gerade haben Forscher laut einer Studie in der Fachzeitschrift "Science" herausgefunden, die Arktis in der Zeit vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren sehr warm war - in einer Epoche, in der die Atmosphäre nicht viel mehr Kohlendioxid (CO2) enthalten haben soll als heute. In dieser Zeit war die Arktis komplett eisfrei. Dies ergab die Untersuchung eines Bohrkerns vom Grund eines Sees im Nordosten Sibiriens.

"Dies könnte uns Hinweise auf die Entwicklung in der nahen Zukunft geben", schrieb das internationale Forscherteam unter Leitung von Julie Brigham-Grette von der US-Universität von Massachusetts im Amherst. "In anderen Worten: Das System Erde reagiert auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker als in früheren Klima-Modellen vorhergesagt."

Kommentare (32)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

11.05.2013, 00:18 Uhr

Ein hoher CO2 Gehalt in der Atmosphäre ist wahrscheinlich für die Menschheit sehr vorteilhaft.

Ein hoher CO2 Gehalt regt das Wachstum der Vegetation an. Es führt zu höheren Ernteerträgen.

Vandale

Helmut

11.05.2013, 01:27 Uhr

Mann, oh Mann, jetzt soll also mit Gewalt die abenteuerliche CO2-Klimaeerwärmungsthese gestützt werden, für die es weder gute Gründe noch eine Mehrheit der Expertenmeinungen gibt.

Für die knallige Artikelüberschrift sind die Fakten aber mehr als dünn. Das ist schlechter als Bildzeitungsniveau. Leider reicht der Platz hier nicht für eine fundierte Begründung.

Offenbar reicht heute schon jeder Blödsinn aus, um neue Katastropehenmeldungen zu verbreiten und höhere Abgaben (CO2-Ablasshandel) zu fordern.

Liest man den Artikel, so erfährt man, dass an einem Tag (!) in ganzen zwei (!) Messstationen mal gut 400 ppm CO2 gemessen wurden. und Mann "GEHT DAVON AUS", dass es zuletzt vor mehr als zehn Millionen Jahren eine so hohe CO2-Konzentration gegeben habe.

Und ja, "Kohlendioxid kann bis zu hundert Jahre lang in der Atmosphäre verweilen." Es kann auch Millionen Jahre in der Athmosphäre bleiben und das ist gut so, denn ohne CO2 könnten keine Pflanzen leben und wir auch nicht.

Das ist eine Satire, oder?

Belisar

11.05.2013, 03:19 Uhr

Wasser ist gesund, und das Vorhandensein von Wasser ist für die Menschheit wahrscheinlich sehr vorteilhaft. Wer ordentlich trinkt, hält den Stoffwechsel in Gang, und wenn es ordentlich regnet, wachsen auch die Pflanzen viel besser. Trotzdem kann man an einem Übermaß an Wasser ertrinken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×