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20.11.2016

17:51 Uhr

Umweltdesaster in Kaschmir

Der stolze Wular-See ist kaum noch zu retten

Wo früher hohe Wellen schlugen, bahnen sich heute traurige Rinnsale ihren Weg durch Morast und Abfall: Der Wular-See, der einst Dichter und Könige inspirierte, wurde Opfer einer hausgemachten ökologischen Katastrophe.

Der Wular-See und umliegende Moore schrumpften von 216 Quadratkilometer im Jahr 1911 auf 104 Quadratkilometer 2008. AP

Ausgetrocknet

Der Wular-See und umliegende Moore schrumpften von 216 Quadratkilometer im Jahr 1911 auf 104 Quadratkilometer 2008.

Wular-SeeDer Wular-See in den Ausläufern des Himalaya im indischen Teil von Kaschmir gehörte einst zu den größten Süßwasserseen Asiens. Er inspirierte Dichter und Könige, seine kunstvoll aus Holz geschnitzten Hausboote waren wohlbekannt. Doch der stolze See von früher – Wular bedeutet „stürmisch“ – wirkt heute leblos, an manchen Stellen gleicht er nach einer einem fauligen Sumpf. Kinder spielen längst nicht mehr in dem Wasser, und Familien nutzen es nicht mehr zum Kochen.

Den Anblick erträgt Mohammed Subhan Dar nur schwer. Denn an dem Umweltdesaster war auch er beteiligt: In den 1950er Jahren wurde Dar mit einem Dutzend Dorfbewohner von der Regionalregierung angestellt, um Millionen Weiden in den kristallklaren See zu pflanzen. Riesige Plantagen sollten Holz zum Heizen, zum Bauen und für Cricket-Schläger liefern.

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Doch die Folge war eine ökologische Katastrophe: Die Bäume saugten das Wasser auf, ihre verschlungenen Wurzeln ließen den See verlanden und auf weniger als die Hälfte seiner einstigen Größe schrumpfen.

„Er war früher so schön, so klar, dass man bis auf den Grund sehen konnte“, sagt Dar, dessen Familie seit sieben Generationen am Seeufer lebt. Er allein pflanzte damals mindestens einen Hektar Weiden – heute ein ausgewachsener Wald. „Ich schäme mich jeden Tag.“

Die Verlandung schmälerte auch den wirtschaftlichen Wert des Sees: Die Armutsrate in den 31 umliegenden Dörfern schoss auf rund 50 Prozent und erreichte damit das Fünffache des Durchschnitts des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir.

Behörden auf Staats- und Bundesebene wollen nun den Schaden begrenzen, Millionen Bäume fällen und Teile des Sees ausbaggern. Doch die Renaturierung eines riesigen Gebirgssees ist kein Kinderspiel, zumal der Klimawandel auch die Himalaya-Gletscher bedroht, die die Zuflüsse des Sees speisen.

Der Zufluss Jhelam etwa mäandert rund 16 Kilometer in meist dünnen Rinnsalen, bevor er durch einen Staudamm Richtung Pakistan weiterfließt. Zudem führt die Entwaldung weiter flussaufwärts zu Bodenerosion, die in den See getragen wird und zur Verschlammung beiträgt.

Hinzu kommen die jahrzehntelangen gewaltsamen Konflikte, die im indisch-kontrollierten Kaschmir oft andere Regierungspläne vereiteln. Indien und Pakistan streiten seit der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft 1947 um Kaschmir, dem Konflikt fielen bereits Zehntausende Menschen zum Opfer. Heute windet sich Stacheldraht durch die Bergregion, in der Hunderttausende indische Truppen patrouillieren.

Kommentare (4)

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21.11.2016, 15:18 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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22.11.2016, 17:19 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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22.11.2016, 17:35 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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