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20.03.2013

10:54 Uhr

Umweltproblem

Die See wird zur Plastikmüllhalde

Seit es Schifffahrt gibt, wird Müll im Meer entsorgt. Doch mit der Industrialisierung der Meere wächst das Problem. Pro Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere und gefährden Vögel und Meerestiere.

Am Ostseestrand auf der Insel Rügen liegt gesammelter Strandmüll. Besonders Plastikmüll aus der Schifffahrt, Tourismus und Fischerei belastet Wasser und Badestrände an der Ostsee. dpa

Am Ostseestrand auf der Insel Rügen liegt gesammelter Strandmüll. Besonders Plastikmüll aus der Schifffahrt, Tourismus und Fischerei belastet Wasser und Badestrände an der Ostsee.

StralsundSandtigerhai Valentin sollte im Stralsunder Schauaquarium „Ozeaneum“ eine neue Zuschauer-Attraktion werden. Doch das Tier, das ursprünglich aus dem Atlantik stammte, hatte nur ein kurzes Leben im hohen Norden. Valentin wollte einfach nichts fressen - und starb schließlich.

Wie sich bei der Obduktion herausstellte, war eine Nylonschnur Auslöser für seinen Tod. Sie verknäulte sich im Darm des Tieres und löste mit der Zeit eine eitrige Entzündung aus. Vielleicht hat irgendjemand diese Schnur vorher achtlos ins Meer geworfen.

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Lange galt die arktische Tiefsee als ein vom Menschen nahezu unberührter Lebensraum. Doch jetzt sind Forscher am Meeresgrund auf unerwünschte Zeugnisse unserer Wohlstandsgesellschaft gestoßen.

Sie ist nur ein winziger Teil einer Tragödie. Jedes Jahr gelangen nach Schätzungen des Umweltbundesamtes weltweit rund 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Er gefährdet Seevögel, Fische und Meeressäuger.

Spanische Meeresbiologen berichteten kürzlich von einem Pottwalkadaver, in dem sie rund 17 Kilogramm Plastikmüll fanden. Der Darm des Tieres war völlig verstopft, vor allem mit Plastikfolie.

Auch in der Ostsee verenden Seevögel und Meeressäuger, wenn sie zum Beispiel glitzernde Plastikfolie mit Fischen verwechseln - und die unverdauliche Masse auffressen. Der Plastikmüll sei vor allem für Schweinswale und Robben ein Problem, sagt der Chef des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke. „Müll im Meer ist eine tickende Zeitbombe“, ergänzt er.

An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns spülen derzeit die Frühlingsstürme neben Tang und Algen auch Müll an die Strände. Darunter sind Plastikflaschen, vergilbte Sonnenöltuben und Folienreste.

Wie groß das Müllproblem in der Ostsee - einem der am dichtesten befahrenen Weltmeere - tatsächlich ist, ist bislang nur grob bekannt. „Die Datenlage für die Ostsee ist dünn“, sagt Nils Möllmann, Projektmanager beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Deshalb hatte der Umweltverband das Projekt „Fishing For Litter“ (Müllfischen) ins Leben gerufen - zunächst auf Fehmarn. Seit einem Jahr sammeln nun auch Sassnitzer Fischer den Müll und Schrott, der ihnen ins Netz geht. Knapp zehn Kubikmeter Müll – 10.000 Liter - kamen dabei bislang allein in Sassnitz zusammen, berichtet der Nabu.

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