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09.10.2012

06:21 Uhr

Umweltschutzorganisation

WWF setzt auf fossile Kraftwerke

VonKlaus Stratmann

ExklusivZuweilen verteufeln Umweltverbände fossile Kraftwerke als CO2-Schleudern. Doch auf dem Weg zur Energiewende sind diese gerne gesehen. Die Umweltorganisation WWF hat dafür gute Gründe.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall in Brandenburg. dpa

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall in Brandenburg.

BerlinDie Umweltorganisation WWF pocht auf eine rasche Reform des Strommarkts, damit fossile Kraftwerke am Netz bleiben und neue gebaut werden können. Diese sind wichtig, um die unstete Produktion aus erneuerbaren Quellen abzusichern. „Der Handlungsbedarf ist enorm“, sagte Regine Günther, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF, dem Handelsblatt. Nötig sei „ein neues Marktdesign“. Ansonsten sei die Energiewende gefährdet. Günther warnte vor umfangreichen Kraftwerksstilllegungen in naher Zukunft, die die Versorgungssicherheit bedrohen. Der WWF stützt sich bei seiner Forderung auf eine Studie, die am (heutigen) Dienstagabend in Berlin vorgestellt werden soll. Sie liegt dem Handelsblatt vor.

Aus Sicht des WWF verschleppen Politik und Energiebranche das Thema derzeit. „Man kann sich lange darüber unterhalten, wie man die Stilllegung von Kraftwerken verhindern kann, aber irgendwann muss es konkret werden. Weiteres Warten hat keinen Zusatznutzen“, warnte Günther.

Das Gutachten, das der WWF in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass die Diskussion um Stilllegungen unterschätzt wird. „Man muss davon ausgehen, dass in Deutschland fossile Kraftwerke mit einer Kapazität von 15 Gigawatt (GW) in ihrem Bestand gefährdet sind“, sagte Ben Schlemmermeier, Geschäftsführer der LBD-Beratungsgesellschaft. Er ist gemeinsam mit Felix Matthes vom Öko-Institut einer der Hauptautoren der Studie.

Zur Einordnung: 15 GW entsprechen der Kapazität von 15 Großkraftwerken. Der Bedarf an Strom liegt in Deutschland im Moment des höchsten Verbrauchs bei gut 80 GW („Spitzenlast“). Schlemmermeier geht davon aus, dass alle fossilen Kraftwerke, die weniger als 2 000 Stunden im Jahr laufen, bestandsgefährdet sind.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

09.10.2012, 06:59 Uhr

"...Der zweite Grund: Der rasant wachsende Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen drückt die Preise an der Strombörse. ..."

oder anders ausgedrückt der vorrang von ökostrom gegenüber dem aus kraftwerken erzwingt deren abschaltung.

der ganz normale 'öko terror' halt

Klimaterror

09.10.2012, 07:06 Uhr

Fossile Krraftwerke? Öl und Gas sind nicht fossil.
CO2-Schleudern? Jedes Tier, jede Pflanze gibt CO2 ab!
Erneuerebare Energien? Energie geht nicht verloren, wird nur umgewandelt.
Neusprech vom Feinsten zwecks Verdummung.
Sogenannter Ökostrom kann nur dann genutzt werden wenn er vorhanden ist, und das ist selten genug. Ansonsten kostet er nur wenn die Erzeuger abgestellt werden oder der Strom gegen Geldzahlung (!) abgenommen wird, also noch nicht einmal kostenlos abgegeben wird.
Schilda ist überall!

Peter

09.10.2012, 08:06 Uhr

abgesehen, dass anscheind der Artikel nicht gelesen wurde, seit wann sind Gas und Öl nicht fossil?
Von Fossil wird gesprochen, sobald irgendwas aus organischen Material besteht. Dieses ist auch bei Gas und Öl so.

Das was fehlt, sind vor allem Speicher, für den ganzen Strom. Aber solange wir noch Strom exportieren können, fühle ich mich noch sicher im Bereich der Stromversorgung^^

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