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04.08.2011

21:13 Uhr

UN-Bericht

Kampf gegen Ölpest im Niger könnte 30 Jahre dauern

Die größte Aufräumaktion der Welt ist im Niger-Delta nötig. Laut UN würde dafür eine Milliarde Dollar und ein Zeitraum von bis zu 30 Jahren benötigt.

Die UN-Studie kritisiert Shell und die nigerianische Regierung, die fünf Jahrzehnte lang zu der Verschmutzung beigetragen hätten. Quelle: AFP

Die UN-Studie kritisiert Shell und die nigerianische Regierung, die fünf Jahrzehnte lang zu der Verschmutzung beigetragen hätten.

AbujaDie Öl-Verschmutzung im Niger-Delta könnte den Vereinten Nationen zufolge die größte Aufräumaktion der Welt notwendig machen. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Umweltprogramms UNEP wurden Kosten von zunächst einer Milliarde Dollar und einem Zeitraum von bis zu 30 Jahren für Maßnamen in Ogoniland genannt. Die Studie kritisiert den Energiekonzern Shell und die nigerianische Regierung, die fünf Jahrzehnte lang zu der Verschmutzung beigetragen hätten. Die Kommunen in Ogoniland seien jeden Tag Kohlenwasserstoffen ausgesetzt durch dickes, schwarzes Öl in den Wasserläufen, die Auswirkungen auf die Fischereigebiete und die Pflanzenwelt sei katastrophal.

Die Öl-Infrastruktur in Ogoniland gehört überwiegend dem Regierungsunternehmen NNPC und der Royal Dutch Shell. Zwar fördert Shell in der Region kein Öl mehr. Das Unternehmen ist jedoch der führende Partner an der Shell Petroleum Development Company (SPDC), die Pipelines kontrolliert.

Eine SPDC-Sprecherin begrüßte den Bericht, erklärte jedoch, dieser müsse zunächst genauer studiert werden. Ein Sprecher des Staatskonzerns NNPC sagte, er habe die Untersuchung noch nicht gelesen. Er kündigte jedoch an, man werde jede Aufräumarbeit in Angriff nehmen. Dies sei kein Schuldeingeständnis. „Ein wichtiger Faktor ist Vandalismus an den Pipelines durch die Kommunen, die selbst betroffen sind“, sagte er. Auch Shell hat erklärt, die meisten Fälle von Ölpest im Delta gingen auf Diebstahl und Sabotage-Angriffe zurück. Das Unternehmen hat ebenfalls zugesagt, die Verschmutzung ohne Rücksicht auf die Ursache zu beseitigen.

Shell beendete die Förderung in Ogoniland nach einer Kampagne des Autors und Ken Saro-Wiwa. Er wurde später von der nigerianischen Militärregierung hingerichet, was international zu einem Aufschrei führte.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.08.2011, 22:00 Uhr

Wieder mal ein sachlich falscher Artikel, der gegen verantwortungsbewusste Unternehmen Stimmung macht. Die Ölverschmutzung im Niger-Delta ist fast ausschließlich das Werk von Kriminellen, die Pipelines rechtswidrig anbohren und auf vielen anderen Arten durch Sabotage schlimmste Umweltschäden anrichten. Es kann nicht Aufgabe von Shell sein, diese Kriminellen zu jagen, sondern die dortige Polizei ist hier gefordert - und das notwendige harte Durchgreifen gegen die kriminellen Banden ist bis heute wenig effektiv.

Realo

04.08.2011, 22:41 Uhr

Andre, fragen Sie mal Leute die dort gearbeitet haben: die Kriminellen sitzen in der Regierung! die kleinen Leute haben nichts, aber auch gar nichts vom Öl. Einzige Möglichkeit die Welt auf ihre Notlage aufmerksam zu machen, ist die Ölleitungen zu beschädigen, so dass die Regierung sich überhaupt mal bewegt. Nirgendwo geht es so korrupt zu wie in Nigeria!!! Auch wenn Sie es nicht glauben, gibt es deutsche Banken, die deren Geld nicht mehr nehmen. Es ist sicher nicht primäre Aufgabe von Shell, die Innenpolitik zu übernehmen,Krankenhäuser zu bauen, sich um Bauern zu kümmern. Die Regierung transportiert alles Geld ins Ausland. Es gibt aber Firmen, die mittels Verträge Druck auf Regierungen ausüben und soziale Projekte umsetzen: in Kuba hat eine kanadische Firma darauf bestanden, für geliefertes Knowhow an die Arbeiter eine gewisse Summe des Lohns in Dollars zahlen zu können, damit diese Arbeiter wenigstens Sachen kaufen können, die für Pesos nicht zu haben sind. Wenn der Staat ausländische Firmen braucht um das Öl zu fördern, kann man einen gewissen Zwang ausüben wenn man Anstand und Ethik nicht unter den Tisch fallen lässt. Aber daran mangelt es gerade auch bei Topmanagern gewaltig!

Realo

04.08.2011, 23:05 Uhr

Wenn Firmen wissen, dass Verträge auslaufen, scheren die sich nicht mehr um die Wartung der Leitungen, denen ist es egal, ob die Brühe in die Erde versichert! Kontrolliert wird das so gut wie nie. In Venezuela hatten amerikanische Firmen 6 Monate vor Beendigung der Verträge nichts mehr gewartet - eine Sauerei! Würde dies in Deutschland geduldet? Welches Bild vermitteln solche Manager? Die glauben wohk, hier erfährt man davon nichts. Werte wie z.B. Glaubwürdigkeit etc. der Jugend zu geben, Vorbild zu sein im Handeln? Weit gefehlt: mehr Nieten als Goldstücke! Wie in der amerikanischen Wirtschaftsbilanz!

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