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28.07.2014

16:01 Uhr

Ungewöhnliche Flussreise

Einmal Rhein von der Quelle bis zur Mündung

Einmal den gesamten Rhein hinunterschwimmen – das will ein Chemie-Professor aus Baden-Württemberg. Der Start zu der rund 1230 Kilometer langen  Flussreise war vor allem eines: kalt.

Andreas Fath, Professor für Physikalische Chemie und Analytik an der Hochschule Furtwangen, will den Rhein in voller Länge durchschwimmen. dpa

Andreas Fath, Professor für Physikalische Chemie und Analytik an der Hochschule Furtwangen, will den Rhein in voller Länge durchschwimmen.

TujetschFüße, Hände und das Gesicht in eine Wanne voll Eiswürfel pressen – das komme dem Gefühl nahe, drei Minuten lang durch die Quelle des Rheins zu schwimmen. So beginnt das Abenteuer von Andreas Fath, dem Chemie-Professor aus Baden-Württemberg, der in vier Wochen den Fluss auf rund 1230 Kilometern durchschwimmen will.

„Es war kalt, sehr kalt, aber ich bin guter Dinge“, sagt Fath am Montag direkt nach seinem Schwimmstart im Tomasee bei Tujetsch in der Schweiz. Bis Ende August will er die Mündung in den Niederlanden erreichen. Ob er trotz Medienrummels, Unistress und Organisationsarbeit noch entspannen konnte? „Ich entschwimme dem Stress einfach“, sagt 49-Jährige.

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„Verrückt eigentlich. Ich würde das nicht machen“, hatte Fath noch vor sieben Jahren gesagt, als er beim Zürichsee-Schwimmen mitmachte. Während damals einige Teilnehmer die lange Strecke von mehr als 26 Kilometern zurücklegten, schwamm er mit Freunden die Staffel. „Das ganze Jahr hat es mich beschäftigt, dass man die Strecke auch alleine schaffen kann“, erinnert sich Fath. Auf den letzten Drücker habe er sich dann für das Marathonschwimmen im Folgejahr 2008 angemeldet. „Und festgestellt, dass man im Wasser reisen kann.“

Wettkampf- oder Rekordgedanken sind es diesmal nicht, die den leistungsorientierten, aber zurückhaltenden Mann antreiben, sich rund vier Wochen zwischen Fischen, Felsen im Wildwasser und krautigen Algen bewegen zu wollen. „Ein Auslöser war die Finanzsituation an der Hochschule“, berichtet Fath. Seit 2011 ist er Professor für Chemie und Analytik an der Hochschule Furtwangen in Baden-Württemberg.

Seinen Fachbereich voranbringen – das ist eine Herzensangelegenheit des Chemikers. Um ein Analyse-Großgerät anzuschaffen, fehlen jedoch die Mittel. Faths „real-life-project“ soll Sponsoren aufmerksam machen und Geld in die Hochschulkasse bringen – immerhin geht es um 100.000 Euro.

Fundraising, Sponsoring und Marketing – das sind längst keine Fremdwörter mehr im Wissenschaftsbetrieb. Aufgrund der knapp bemessenen Grundfinanzierung überlegen sich auch andere Hochschulen Strategien, um an neue Geldquellen zu kommen.

Allerdings dürfte keine Aktion so waghalsig sein wie Faths Vorhaben: Um sein Ziel in 25 Etappen zu erreichen, hat der Extremsportler am Rande des Uni-Betriebs täglich ein bis zwei Stunden im Freibad in der Kleinstadt Haslach im Kinzigtal (Schwarzwald) trainiert, wo er mit seiner Frau und seinen drei Söhnen wohnt.

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