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05.04.2014

15:05 Uhr

Verschmutzte Ozeane

Wracksuche zwischen Plastikmüll und Geisternetzen

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Müll im Meer – und treiben sogar in so entlegene Regionen wie die, in der Flug MH370 abstürzte. Der Abfall bereitet längst nicht nur bei der Suche nach dem Flugzeugwrack Probleme.

Eine Suchmannschaft hält Ausschau nach dem verschwundenen Flug MH370. Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug wird auch durch im Wasser treibenden Müll erschwert. dpa

Eine Suchmannschaft hält Ausschau nach dem verschwundenen Flug MH370. Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug wird auch durch im Wasser treibenden Müll erschwert.

PerthWenn die Suchmannschaften, die nach Trümmern des Unglücksflugs  MH370 Ausschau halten, von ihren Flugzeugen aus angestrengt ins Wasser schauen, sehen sie immer wieder etwas im Meer treiben: ein orangefarbenes Objekt, Bojen, ein rechteckiges blaues Teil, einen zackigen rostbraunen Gegenstand. Nichts davon ließ sich bislang als Wrackteil des verschwundenen Flugzeuges der Malaysia Airlines identifizieren.

Alles, was die Besatzungen der ebenfalls mitsuchenden Schiffe aus dem Indischen Ozean zogen, war schlicht und einfach Müll. Dabei stören die Abfälle, die auch in schwimmenden Inseln aus Fischernetzen, Plastikteilen und Holz herumtreiben, nicht nur die Suche nach dem Flugzeug. Sie stellen auch eine riesige Gefahr für die Tierwelt dar.

„Viele Meeresschildkröten wie etwa die Lederschildkröte ernähren sich gezielt von Quallen. Wenn sie kleine Plastiktüten treiben sehen, wie diejenigen, die wir beim Obstkauf verwenden, dann verschlucken sie das vermeintliche Futter. Daran gehen sie zugrunde“, erklärt Stephan Lutter, Meeresschutzexperte beim World Wide Fund For Nature (WWF).

Umweltproblem: Die See wird zur Plastikmüllhalde

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Seit es Schifffahrt gibt, wird Müll im Meer entsorgt. Doch mit der Industrialisierung der Meere wächst das Problem. Pro Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere und gefährden Vögel und Meerestiere.

Acht Millionen Müll-Teile landen täglich in den Weltmeeren, schätzt der WWF: Kanister, PET-Flaschen, Zahnbürsten, Einmalrasierer – drei Viertel davon sind Plastik. Das braucht im Wasser Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte, bis es zersetzt ist.

„Ich habe sogar schon einen ganzen Kühlschrank im Meer treiben sehen“, sagt Britta Denise Hardesty, Ökologin der australischen Forschungsbehörde CSIRO. Viel Abfall jedoch werde etwa durch Wellen oder Strömungen schnell in immer kleinere Stücke zerlegt. „Vor der Westküste Australiens, wo das Flugzeug abgestürzt sein soll, treiben 5000 bis 30.000 winzige Müll-Teilchen in einem Kubikkilometer Wasser“, sagt sie.

Vögel wie Albatrosse halten die Plastikteile für Futter und verschlucken sie. „In ihren Mägen haben wir schon ganze Leuchtstäbe gefunden, wie sie Angler verwenden, auch Ballone, Schleifen, Feueranzünder oder Flaschenverschlüsse“, sagt Hardesty. „Die Vögel verhungern mit vollem Magen.“ Auch Fischernetze, die über Bord geworfen wurden oder verloren gingen, stellten ein Problem für Delfine oder Robben dar. „Wir nennen sie Geisternetze.“

Mittlerweile ist kein Teil der Weltmeere mehr frei von Plastik, wie Thilo Maack betont, Biodiversitätsaktivist von Greenpeace. „Ich habe schon Bilder von einem weißen Gartenstuhl gesehen, der im Schlamm in 9000 Meter Tiefe stand.“ Die großen Strömungen sorgten dafür, dass eine Plastikflasche, die vielleicht an der Ostküste Afrikas ins Meer geschmissen wurde, in Indonesien an den Strand gespült werde.

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