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08.05.2012

07:12 Uhr

Von Weizsäcker

„ Wir müssen den Klimaschutz profitabel machen“

40 Jahre nach dem Report „Die Grenzen des Wachstums“ gibt der Club of Rome einen neuen Ausblick. Der Wissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker (72) über die seither erzielten Erfolge.

Der Physiker und SPD-Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker. dpa

Der Physiker und SPD-Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker.

BerlinWas hat das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ für die Umwelt bewirkt?

Von Weizsäcker: Die Europäer haben daraus insbesondere im Zusammenhang mit der Ölkrise ziemlich genau das Richtige gelernt. Dass man anfangen muss, sich für Solarenergie zu interessieren, und dass man energieeffizient leben muss - in England nannte man Effizienz die fünfte Brennstoffquelle. Die Entwicklungsländer haben zunächst negativ reagiert und die US-Amerikaner auch. In den USA wurde Club of Rome später mit europäischen Pessimismus gleichgesetzt.

Wo sehen Sie seit 1972 die größten Fortschritte im Umweltbereich?

Damals galt noch, was in den „Grenzen des Wachstums“ stand: Umweltverschmutzung wächst proportional mit dem Wirtschaftswachstum. Die Idee, dass man das voneinander abkoppeln kann, war in den Formeln des Werkes noch nicht vorgesehen. Durch die rot-gelbe Bundesregierung (sozial-liberale Koalition) kam dann die Umweltpolitik auf, und nach etwa 30 Jahren Umweltpolitik war die Abkopplung geschafft. Aber nun brauchen wir noch eine Abkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch.

Bericht „2052“: Club of Rome will Wirtschaft klimafreundlicher machen

Bericht „2052“

Club of Rome will Wirtschaft klimafreundlicher machen

Die Wirtschaftskraft eines Landes sollte neu berechnet werden, fordert der Co-Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber. Viel stärker einfließen müssten dabei die Kosten für Klima- und Umweltschäden.

Wird der Report „2052“ so aufrütteln wie „Die Grenzen des Wachstums“?

Nein. Es ist bereits bekannt, dass man eine ganz dramatische Umstellung der Wirtschaft braucht, um das Ganze noch halbwegs in den Griff zu kriegen. Im Moment wird ja das Weltgeschehen zudem nicht von dem bestimmt, was Europäer sagen, sondern von dem, was Brasilianer, Chinesen und US-Amerikaner sagen. Und dort stehen Klima und Umwelt im dritten Glied.

Kommentare (4)

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vandale

08.05.2012, 08:04 Uhr

Der Club of Rome hatte in den 70er Jahren die Endlichkeit der Rohstoffe gepredigt. Anhand der vorhandenen Daten kam er zur Erkenntnis dass das Industriezeitalter mangels Oel, Gas, Kupfer etc. etwa im Jahr 2000 (ungeschickt ein konkretes Datum zu benennen!)beendet sein müsse. Die Endlichkeit der Rohstoffe war seinerzeit bei Oekologen und linken Journalisten so populär wie später das Waldsterben, dämonische Atomstrahlen, oder der Glaube an eine CO2 Klimahölle. Einfache, ökogläubige Geister glauben immer noch an die Endlichkeit der Rohstoffe.

Jetzt konzentriert sich dieser Club auf Oekosolarmonster in der Wüste (Desertec) und hat sich wohl an den Klimaschwindel angehängt.

Real gesehen verbraucht die Menschheit die leicht zugänglichen Rohstoffquellen. Andererseits entwickelt sich die Technik weiter und Kapital wird akkumuliert. 1972 hätte man mangels Kapital und Technologie nicht die Tiefseeölvorkommen vor der Küste Brasiliens erschliessen können.

Es gibt keinen Weg zurück in ein ökoreligiöses Mittelalter mit Windmühlen etc. und wieder nach vorn, denn die einfach zugänglichen Oelvorkommen, oder die oberflächennahen Kohleflöze an der Ruhr sind abgebaut. Es gilt den Weg zu einer modernen technischen Welt fortzusetzen. Die Oekoreligion mit ihren Endzeitkatastrophen ist eine Bedrohung für die Zivilisation.

Vandale

Mollemopp

08.05.2012, 08:11 Uhr

Mann oh Mann. Soviel Schwachsinn am frühen Morgen. Der gute Mann will Wachstum vom Ressourcenverbrauch abkoppeln. Dann ist er wohl ein Zauberer u. sollte nach Las Vegas gehen?! Sehr schlau auch die Idee, die Energie jedes Jahr um den Faktor zu verteuern, wie die Effizienz gestiegen ist. Das bedeutet für die Industrie wahrscheinlich, wie momentan auch, keine Energieverteuerung. Nur der Privatverbraucher muss sich jedes Mal, wenn ein effizienterer Kühlschrank oder eine effizientere Waschmaschine auf den Markt kommt, diese kaufen. Jedes Jahr ein besseres Modell mit besserer Energieeffizienz und dafür jedes Jahr gesteigerter Energiepreis. Um bei den steigenden Energiepreisen nicht abzusaufen, muss ein effizienterer Verbraucher gekauft werden. Dann bringt Vaillant oder Viessmann eine neue Heizung raus mit 50% Effizienzverbesserung und schon steigt der Gaspreis um 50%. Wer dann nicht jedes Jahr für 5.000 Euro einen neuen Brenner kauft, der wird jedes Jahr aufs neue mit seiner Gasrechnung bestraft. Selbst Schuld, wenn man dann so ein technisch veraltetes Gerät besitzt. Was für ein Wachstum in der Heizungsbranche. Das Ganze aber bitte ohne Ressourcenverbrauch! Aber der Industrie wollen wir solche Zwangsinvestitionen nicht auferlegen. Wir wollen doch global wettbewerbsfähig bleiben, oder?

Klimaprofit

08.05.2012, 09:03 Uhr

"Wir müssen den Klimaschutz profitabel machen"

Noch profitabler? Und dann fragt sich noch, profitabel für wen? Für die Solarbranche war der Klimaschutz mal profitabel. Da ist die Goldgräber-Stimmung aber schon vorbei. Für den Finanzminister ist der Klimaschutz auch weiterhin profitabel. EEG-Abgabe, Energiesteuer, Ökosteuer, Luftfahrtabgabe....! Aber da kann man die Daumenschraube ruhig noch weiter anziehen. Nehmen wir nur das Beispiel Luftfahrtabgabe. Effizenzsteigerung bei Flugzeugen hilft da wenig. Der Verbraucher zahlt die Zeche immer. Klimaschutz heißt weniger fliegen. Stellen wir uns mal vor 50% der Menschen sagen: "Ich rette die Welt und ich fliege nicht mehr." Dann vernichten wir 50% der Arbeitsplätze bei den Flugzeugherstellern, bei den Flughäfen, bei denen die Flughäfen bauen, beim Flug- u. Bodenpersonal usw.! Das Klima ist gerettet. Gott sei dank. Nochmal Glück gehabt. Ich dachte schon wir würden alle sterben. Nur ob dadurch weiter Wachstum generiert wird? Das sollte jedem mit Gehirn klar sein. Ihr könnt den Kuchen nicht essen und ihn behalten. Ihr könnt vielleicht etwas langsamer essen. Nur der Haufen den ihr hinterher durch die Klobrille drückt, ist genauso groß.

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