Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.08.2013

12:58 Uhr

Waldschädling

Dem Borkenkäfer bekommt der Sommer gut

Sie sind nur wenige Millimeter groß und werden dennoch von Waldbesitzern gefürchtet - die Borkenkäfer. Das warme Wetter hat zu einer starken Vermehrung geführt, insbesondere in Fichtenwäldern ist die Lage angespannt.

Kleiner als ein Streichholzkopf ist der Borkenkäfer, doch er kann großen Schaden anrichten. dpa

Kleiner als ein Streichholzkopf ist der Borkenkäfer, doch er kann großen Schaden anrichten.

BraunschweigSie sind unscheinbar, können jedoch riesige Schäden verursachen: Borkenkäfer. Vor allem der nur zwei Millimeter große Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) und der etwa fünf Millimeter große Buchdrucker (Ips typographus) werden gefürchtet. Nach dem eher kalten Frühsommer hat der heiße Juli den Insekten gut gefallen – sie haben sich stark vermehrt. „Die Lage ist angespannt“, sagt Diplomforstwirtin Nadine Bräsicke vom bundeseigenen Julius Kühn-Institut (JKI).

Auch Michael Habermann von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen, der mehrere Bundesländer angehören, hält die Lage für ernst. „In einigen Gebieten gibt es Nester der zweiten Generation. Die befallenen Bäume sollten schnellstens gefällt und aus dem Wald entfernt werden.“ Höhere Berglagen seien wegen der kälteren Temperaturen weniger betroffen.

Insektenbefall: Palma ohne Palmen

Insektenbefall

Palma ohne Palmen

Die Einwohner der Ferieninsel Mallorca haben einen gemeinsamen Feind: Er ist drei Zentimeter groß und richtet an den Palmen auf der Ferieninsel große Verheerungen an. 95 Prozent aller Bäume sind schon befallen.

Blieben die befallenen Bäume im Wald, könne es im nächsten Jahr auf Heideflächen zu großen Schäden kommen: „An einem Baum können 60.000 bis 80.000 Käfer sitzen“, sagt Habermann.

Mitte April schwärmen die Borkenkäfer normalerweise aus. Je nachdem, wie viele der im Vorjahr angelegten Nester den Winter im Wald überstanden haben, kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung kommen – mit enormen Schäden vor allem in Fichtenwäldern als Folge. Vor allem Wälder in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen, aber auch Thüringen seien dann bedroht.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.08.2013, 14:20 Uhr

Nadelbäume gehören halt einfach nicht in unsere Breiten.
Wir sollten dem kleinen Plagegeist dankbar sein, dass er uns daran erinnert ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×