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12.01.2017

10:22 Uhr

Weltstärkste Solaranlage Kamuthi

Indiens Solarkraftwerk der Superlative

Indien war lange Zeit Nachzügler, wenn es um erneuerbare Energien ging. Inzwischen hat es eines der ambitioniertesten Ausbauprogramme der Welt – und betreibt seit kurzem sogar das größte Solarkraftwerk der Welt.

Blick auf das Solarkraftwerk von Adani im südindischen Kamuthi. In nur acht Monaten Bauzeit entstand hier die weltgrößte Solaranlage. dpa

Solarkraftwerk Kamuthi

Blick auf das Solarkraftwerk von Adani im südindischen Kamuthi. In nur acht Monaten Bauzeit entstand hier die weltgrößte Solaranlage.

Neu Delhi154 Transformatoren, 6000 Kilometer Kabel, 2,5 Millionen Solarmodule und nur acht Monate Bauzeit. Die Zahlen, die die Betreibergesellschaft Adani zum Solarkraftwerk im südindischen Kamuthi bekannt gibt, sind beeindruckend. Seit gut einem Monat wird dort mit einer Kapazität von bis zu 648 Megawatt Strom produziert. Damit hat die Mega-Solaranlage die Topaz Solar Farm in Kalifornien als stärkstes Solarkraftwerk der Welt abgelöst.

Kamuthi steht stellvertretend für die Ambitionen eines Landes, das in den vergangenen fünf bis sechs Jahren eine energiepolitische Kehrtwende vollzogen hat. Abgesehen von Wasserkraftwerken in seinen nördlichen Gebirgen behandelte Indien seine erneuerbaren Energien geradezu stiefmütterlich. Bis 2010 spielten Wind- und vor allem Solarenergie in den Planungen des Landes so gut wie keine Rolle.

Inzwischen hat sich dieses Bild deutlich gewandelt. Allein im vergangenen Jahr hat das Land seine Erzeugungskapazität für Solarstrom fast verdoppelt auf nun knapp 10 Gigawatt, die Kapazität für Windenergie beträgt inzwischen knapp 29 Gigawatt. Weitere Großprojekte mit einer gemeinsamen Kapazität von knapp 20 Gigawatt für beide Energieträger seien bereits vergeben, heißt es aus dem Ministerium für erneuerbare Energien. Derzeit haben in Indien alle Kraftwerke zusammen eine Kapazität von über 300 Gigawatt.

Das Wachstum von Ökostrom soll sich besonders stark beschleunigen: Bis 2022 sollen in Indien alle erneuerbaren Energien für die Stromversorgung zusammen auf eine Kapazität von 175 Gigawatt ausgebaut werden. „Wenn die Nachfrage nach Strom weiter so schnell steigt, sollte es kein Problem sein, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Jeevan Jethani vom Ministerium. „Rechnet man die Baukosten der Kraftwerke mit ein, ist Ökostrom in Indien inzwischen günstiger als konventioneller Strom.“

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.01.2017, 12:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

12.01.2017, 17:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Hans Brandl

13.01.2017, 13:36 Uhr

Die Inder sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Im Unterschied zu deutschen Politikern und Journalisten wissen die durchaus, dass die Sonne nicht 24h scheint und dass auch bei Windkraftanlagen bedingt durch Flauten und der Abhängigkeit der Effizienz von der 3ten Potenz der Windgeschwindigkeit max. mit ca 30% Volleistung zu rechnen ist. Die tollen Leistungszahlen aus diesem Artikel reduzieren sich damit von ca. 40 GW auf etwa durchschnittlich 10GW.
Deshalb hat Indien eine großes Kernkraftprogramm mit zunächst ca 35 GW aufgelegt, damit auch bei Dunkelflaute ausreichend Strom zur Verfügung steht (In Deutschland sind dafür die umweltfreundlichen Braunkohlekraftwerke zuständig, da ja unsere Kanzlerin in ihrer unerschöpflichen Weisheit beschlossen hat, dass wir deshalb keine Speicherkraftwerke brauchen).
Am interessantesten ist aber, dass Indien die deutsche Thoriumtechnologie übernommen hat , die von der rotgrünen Politik aus Detschland vertrieben wurde. Da Indien über 25% der weltweiten Thoriumvorräte verfügt, werden dort diese Reaktoren weiterentwickelt.
Mehr dazu unter http://de.slideshare.net/MadhumithaJayaraj/indian-nuclear-power-programme

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