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09.01.2018

14:14 Uhr

Wetterextrem

Wintersturm macht US-Berg zum Kältepol der Erde

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Blizzards und arktischer Kälteeinbruch machen vielen Menschen in Nordamerika zu schaffen. Doch so bitterkalt wie auf dem Mount Washington war es wohl nirgendwo sonst. Der Berg ist für seine Wetterextreme berüchtigt.

Der Berg ist für seine extremen Wetterlagen berüchtigt. (Foto: BenFrantzDale~commonswiki / CC BY-SA 3.0)

Wetterstation auf dem Mount Washington

Der Berg ist für seine extremen Wetterlagen berüchtigt. (Foto: BenFrantzDale~commonswiki / CC BY-SA 3.0)

HeidelbergDie Wetterstation auf dem Mount Washington hat einen international gefestigten Ruf als Ort mit dem garstigsten Wetter weltweit – zumindest mit dem garstigsten Wetter, das aufgezeichnet wird. Dank Supersturm „Grayson“ und der von ihm angezapften Kälteblase über dem Nordosten Nordamerikas bestätigte das Mount Washington Observatory diesen Ruf am 6. Januar ein weiteres Mal: Eisige Luft und starker Sturm sorgten dafür, dass die gefühlte Temperatur am Gipfel des 1917 Meter hohen Bergs unerträglich tief war.

In der eisigen Höhe registrierte das Thermometer der Meteorologen minus 38 Grad Celsius, doch dazu gesellte sich noch Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Die gefühlte Temperatur lag daher je nach Berechnung bei minus 70 bis minus 75 Grad Celsius – und damit deutlich tiefer als beispielsweise an der russischen Antarktisstation Wostok, dem Ort mit den tiefsten jemals gemessenen Temperaturen weltweit.

Dort, wo in der Vergangenheit schon Werte nahe minus 90 Grad verzeichnet wurden, zeigten die Thermometer am Wochenende bei Sonnenschein „milde“ minus 25 Grad Celsius an. Allein von den Lufttemperaturen her betrachtet war es am Wochenende an den Wetterstationen Eureka (Nunavut) auf Ellesmere Island nördlich des Polarkreises sowie Jakutsk in Sibirien noch etwas kälter, aber dort herrschte fast Luftstillstand. Die Bedingungen waren also weit weniger extrem als auf dem Mount Washington.

Die Menschen im US-Osten können diese Woche allerdings kurz aufatmen: Warmluftzufuhr aus dem Süden sorgt für eine kurze milde Phase und zweistellige Plusgrade in New York sowie immerhin noch für Tauwetter im Maine. Zum Wochenende hin kündigt sich jedoch ein weiterer Kaltluftvorstoß aus Nordkanada an. Das eingespielte Wettermuster will so schnell offensichtlich nicht weichen.

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