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20.05.2011

08:12 Uhr

Zukunft der Menschheit

Der Kampf gegen die Naturgewalten kennt nur Etappensiege

VonThomas Trösch

Erdbeben, Hurrikane und Seuchen: Die Zahl der humanitären Notlagen nimmt in dem Maße zu, wie die Weltbevölkerung wächst. Vor allem die großen Städte sind bedroht - und es wird immer mehr Regionen treffen.

Das Satelittenfoto der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zeigt Hurrikan Bill 2009. Die Zahl der Naturkatastrophen hat deutlich zugenommen. Quelle: dpa

Das Satelittenfoto der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zeigt Hurrikan Bill 2009. Die Zahl der Naturkatastrophen hat deutlich zugenommen.

DüsseldorfDie Wassermassen kamen schnell: Kaum zehn Minuten blieben den Menschen an der Nordostküste Japans, um sich in Sicherheit zu bringen, nachdem die Behörden eine Tsunami-Warnung ausgegeben hatten. Die Wellen, die ein mächtiger Erdstoß rund 400 Kilometer vor der Küste ausgelöst hatte, trafen auf eine der weltweit am besten gegen Überflutung gesicherten Küsten – und brachten trotzdem Tausenden den Tod. 

Die Bilder der verheerenden Naturkatastrophe vom 11.  März sind weiterhin frisch. Und noch immer kämpft Japan mit den Folgen von Erdstößen, Tsunamis und havarierten Atomanlagen. Trotz vermeintlich erdbebensicherer Bauwerke, trotz eines viele tausend Kilometer langen Saums aus Wellenbrechern und Flutschutzmauern sieht sich eine der am höchsten entwickelten Industrienationen hilflos den Naturgewalten ausgeliefert. Die Katastrophe vom 11. März unterstreicht einmal mehr, wie wenig der Mensch noch immer den entfesselten Kräften unseres Planeten entgegenzusetzen vermag. 

Die Zahl der Katastrophen nimmt zu 

Diese Kräfte entladen sich immer häufiger in desaströsen Ereignissen. Nach den Statistiken der Münchener Rückversicherungsgesellschaft hat sich die Zahl der Naturkatastrophen in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht. 2010 war mit 950 Katastrophen das Jahr mit den zweitmeisten Desastern in den vergangenen drei Dekaden – 90 Prozent davon waren wetterbedingt. Und wäre die Hurrikansaison im Nordatlantik nicht überraschend glimpflich verlaufen – es gab zwar eine Rekordzahl von Stürmen, die meisten drehten jedoch auf die offene See ab –, es hätte wohl einen neuen, traurigen Rekord zu melden gegeben. Mit fast 300.000 Toten und einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von 130 Milliarden Dollar liest sich die Bilanz jedoch auch so bedrückend genug.

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Bei der Suche nach den Ursachen für die auffällige Zunahme von Naturdesastern ist ein Verantwortlicher schnell ausgemacht: der globale Klimawandel. Beispiel Hurrikans: Zu Beginn der Sturmsaison im vergangenen Sommer lagen die Wassertemperaturen im tropischen Nordatlantik bis zu zwei Grad Celsius über dem langjährigen Mittel – ideale Voraussetzungen für die Entstehung besonders intensiver Tropenstürme. "Das passt zum Trend der vergangenen 30  Jahre, der in allen Ozeanbecken einen Anstieg der Wassertemperaturen zeigte", so Peter Höppe, Leiter der Geo-Risikoforschung der Munich Re. "Dieser langfristige Trend ist nicht mehr allein mit natürlichen Klimaschwankungen zu erklären. Vielmehr dürfte der Klimawandel einen Teil zur Erwärmung der Weltmeere beitragen." Nach Einschätzung des Experten wird sich dieser Einfluss in den kommenden Jahren weiter verstärken – mit entsprechender Zunahme der Hurrikanaktivität. Und steigende Meeressspiegel bedrohen 150 Millionen Menschen, die ihr Zuhause in Gebieten errichtet haben, die weniger als einen Meter über dem aktuellen Meeresspiegel liegen.

Bevölkerungswachstum verschärft das Risiko 

Der Klimawandel war auch schnell als Hauptschuldiger zur Hand bei einem der schwersten Naturdesaster des vergangenen Jahres. 20 Millionen Pakistani wurden im Sommer 2010 von den schwersten Monsunüberschwemmungen in der Geschichte des Landes heimgesucht. Wochenlang stand fast ein Viertel des Landes unter Wasser, Millionen Menschen verloren Hab und Gut, mehr als 2000 Todesopfer waren zu beklagen. Die Schäden durch zerstörte Infrastruktur und vernichtete Ernten belaufen sich nach Schätzungen auf bis zu 40 Milliarden US-Dollar.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

20.05.2011, 11:13 Uhr

"Bei der Suche nach den Ursachen für die auffällige Zunahme von Naturdesastern ist ein Verantwortlicher schnell ausgemacht: der globale Klimawandel."

Also ist der Klimawandel schuld an dem Erdbeben vor der japanischen Küste?? Demnächst dann wohl auch für etwaige Kometeneinschläge...

Markus

20.05.2011, 11:52 Uhr

Immer wieder Gehirnwäsche mit dem Klimawandel.......
Wie wäre es denn, sämtliche Wettermanipulationen und Beeinflussungen der Manipulation des Erdmagnetfeldes zu stoppen ?????
HAARP ist ja eifrig dabei Wetter zu manipulieren und Erdbeben auzulösen.
Passiert diese Wochenende ein großes Beben in Nordamerika !?

Nachdenker

20.05.2011, 22:40 Uhr

Wir brauchen beim Kampf gegen die organisierten Naturkatastrophen mehr Abschreckung!
Nur schärfere Gesetze allein reichen nicht aus.
Sie müssen auch angewendet werden!!!

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