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03.11.2011

17:16 Uhr

Zyklone

Luftverschmutzung verstärkt Wirbelstürme

US-Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Luftverschmutzung in Südasien und der wachsenden Zerstörungskraft von Wirbelstürmen in der Region nachgewiesen.

Ein Zyklon nähert sich der Westküste Indiens. Forscher beobachten eine zunehmende Zerstörungskraft der tropischen Wirbelstürme. ap

Ein Zyklon nähert sich der Westküste Indiens. Forscher beobachten eine zunehmende Zerstörungskraft der tropischen Wirbelstürme.

LondonDie Luftverschmutzung in Südasien sorgt in der Zeit vor dem Monsun offenbar für eine Verstärkung der tropischen Wirbelstürme über dem Arabischen Meer. Das berichten Wissenschaftler im Fachjournal „Nature“. Viele dieser in der Region Zyklone genannten Wirbelstürme, die auf der offenen See entstehen, erreichen Land und richten dort massive Schäden an.

Obwohl die Wassertemperatur im Arabischen Meer das ganze Jahr über hoch genug ist, um Zyklone entstehen zu lassen, treten diese üblicherweise nur vor oder nach dem Monsun auf. Im Schnitt kommt es im Mai und Juni, also vor dem Monsun, zu einem bis drei Zyklonen. Von August bis Dezember entstehen ein bis zwei Wirbelstürme. Während des Monsuns verhindern starke vertikale Scherwinde die Bildung der Wirbelstürme.

Wie die Forscher um Amato Evan von der University of Virginia in ihrer Untersuchung ausführen, toben die Stürme vor dem Monsun seit 1979 deutlich stärker. Dieser Trend gehe

einher mit der Zunahme der Luftverschmutzung in der Region: Seit 1930 hat sich demnach der Ausstoß von Schwebeteilchen wie Rußpartikeln oder Sulfaten versechsfacht.

Folge davon ist eine etwa drei Kilometer dicke Schmutzwolke, die über dem Nordindischen Ozean und dem Indischen Subkontinent hängt – „South Asian atmospheric brown cloud“, kurz „ABC“. Diese Wolke reduziert die Sonneneinstrahlung und verändert die Oberflächentemperatur des Wassers, was wiederum die Windverhältnisse beeinflusst.

In der Zeit vor dem Monsun schwächen sich deshalb die vertikalen Scherwinde ab. Die Bedingungen für die Entstehung besonders intensiver Zyklone werden dadurch günstiger.

Eine Reduzierung der Emissionen dürfte sich nahezu sofort auf die Wirbelsturmstärke auswirken, schreiben die Forscher. Sie weisen allerdings darauf hin, dass ihre Studie noch auf Daten vergleichsweise wenigen Stürmen im Untersuchungszeitraum basiert. Weitere Untersuchungen sollen den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Sturmstärke genauer erfassen.

Von

dpa

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