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11.05.2016

09:40 Uhr

Fairphone2 im Test

Das Smartphone fürs gute Gewissen

VonDana Heide

Die Gründer von Fairphone wollen ein unter guten Arbeitsbedingungen und ohne Umweltfrevel produziertes Smartphone verkaufen. Mit dem Fairphone2 kommen sie dem Ziel näher. Der Käufer muss dafür aber auch Abstriche machen.

Kamera, Blitz, Display - fast alle Teile des Fairphone2 sind leicht selbst austauschbar.

Flexibles Innenleben

Kamera, Blitz, Display - fast alle Teile des Fairphone2 sind leicht selbst austauschbar.

Samsung, Apple, HTC, Sony? Windows-Phone, Google-Gerät oder doch lieber eines mit Apples iOS-Betriebssystem? Beim Kauf eines neuen Smartphones ist die Auswahl riesig. Etwas Trauriges verbindet jedoch alle Geräte: Bei der Herstellung werden Menschen ausgebeutet, die Umwelt verschmutzt und Konflikte gefördert. Manche Hersteller haben inzwischen das Problem erkannt und bemühen sich nach eigenen Angaben, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und konfliktfreie Mineralien zu verwenden.

Vorreiter ist das Unternehmen Fairphone. Die Niederländer haben sich dem Ziel verschrieben, ein Smartphone herzustellen, das zu ökologisch und sozial vertretbaren Bedingungen hergestellt wird. Auch der deutsche Anbieter Shiftphones hat das inzwischen als Geschäftsmodell entdeckt.

Fairphone hat schon die zweite, verbesserte Version seines Smartphones auf den Markt gebracht. Mehr als 40.000 Stück wurden davon inzwischen laut Unternehmensangaben verkauft. Handelsblatt Online hat das Fairphone2 getestet.

Für wen sich das Fairphone2 nicht eignet

Um eines vorweg zu sagen: Das Fairphone2 ist keine Schönheit. Ich bin das iPhone5 gewöhnt – das ist leicht, schlank, sieht edel und wertig aus. Kurz: Es macht was her. Das bei vielen sehr beliebte Samsung Galaxy ist in Bezug auf Design schon weniger attraktiv, durch die runderen Ecken sieht es verspielter aus.

Nichts dagegen ist jedoch das Fairphone2 - es ist groß, schwer, die Rückseite des Smartphones ist zugleich eine Schutzhülle. Eine gummiartige, wulstige Plastikhaut, die zwar gut vor Stößen schützt, aber eben auch nicht besonders schön aussieht.

Auch für jene Smartphone-Besitzer, die immer auf dem neusten und besten Stand bei der Technik sein wollen, ist das Fairphone2 nichts. Die Kamera etwa versagt im Test bei schlechteren Lichtverhältnissen. Auch Selfie-Fans dürfte das Fairphone2 nicht überzeugen: Die Frontkamera hat laut Hersteller-Angaben nur zwei Megapixel.

Für wen sich das Fairphone2 eignet

In einem Smartphone stecken mehr als 30 verschiedene Mineralien, die meist unter schwierigen Arbeitsbedingungen geschürft werden und zudem noch oft der Finanzierung von Konflikten dienen; produziert werden sie in Ländern, in denen schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. Wer diesen Gedanken nicht mag, für den ist das Fairphone eine Alternative, die auch den hohen Preis von 525 Euro rechtfertigen kann.

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