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20.01.2005

12:30 Uhr

Forschung + Medizin

130 000 Jahre alter Mammutstoßzahn entdeckt

In einem Magdeburger Kieswerk haben Mitarbeiter den 130 000 Jahre alten, gut erhaltenen Stoßzahn eines Mammuts entdeckt. Der 2,40 Meter lange Fund, der als äußerst wertvoll gilt, soll im Naturkundemuseum der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt konserviert und später ausgestellt werden.

Mammut-Zahn

Museumsmitarbeiter säubern den Mammut-Stoßzahn im Museum für Naturkunde Magdeburg.

dpa MAGDEBURG. In einem Magdeburger Kieswerk haben Mitarbeiter den 130 000 Jahre alten, gut erhaltenen Stoßzahn eines Mammuts entdeckt. Der 2,40 Meter lange Fund, der als äußerst wertvoll gilt, soll im Naturkundemuseum der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt konserviert und später ausgestellt werden.

„Der Stoßzahn gehörte zu einem ausgewachsenen Mammut mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Mammuthus primigenius“, sagte Museumsleiter Hans Pellmann am Donnerstag. Die Urzeittiere sind seit 10 000 Jahren ausgestorben.

Nach Auskunft des Fachmanns werden in Deutschland häufiger Reste von Tieren aus vergangenen Erdperioden entdeckt. „Der Erhaltungszustand und die Größe des Fundes von Magdeburg sind jedoch sehr ungewöhnlich und machen ihn so wertvoll“, sagte er. Die abgebauten Kiesschichten, in denen der geschwungene Stoßzahn gefunden wurde, sind während der so genannten Saale-Kaltzeit entstanden. Der Zahn ist an seiner Wurzel 30 Zentimeter dick. Die Spitze ist abgebrochen, so dass die ursprüngliche Gesamtlänge laut Pellmann auf über drei Meter geschätzt wird.

Die mächtigen Mammuts - eine Elefantenart - waren während des Eiszeitalters in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Sie lebten in den kalten Klimazonen und zogen nach Norden, als die Gletscher der Eiszeit zurückgingen. Gegen Wind und Kälte waren die Tiere durch ein dichtes Fell und eine dicke Haut mit einer isolierenden Fettschicht geschützt. Die Stoßzähne konnten bis zu vier Meter lang werden.

Bislang sahen Wissenschaftler in der allmählichen Änderung von Klima und Vegetation die Hauptursache für das Verschwinden der Mammuts auf der Nordhalbkugel. Neuere Forschungsergebnisse führen jedoch zu dem Schluss, dass die Bejagung des Mammuts durch eiszeitliche Jäger das Aussterben der Tiere stark beschleunigt hat.

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